Eine geheimnisvolle Geschichte
Das ist der Stoff, aus dem die Träume
sind: ein Mythos, zwei Namen, drei oder vier Geheimnisse.
Besprechung von Gudrun Norbisrath in der WAZ
vom 17.3.2008:
Horst Rippert, entweder 85 oder 88 Jahre alt, hat
offenbart, dass er im Zweiten Weltkrieg den Kleinen Prinzen abgeschossen hat.
Also Antoine de Saint-Exupéry. Das
ist erstaunlich genug, wird aber pikant dadurch, dass 1. Horst Rippert der
Bruder oder Halbbruder von Hans Rolf Rippert ist, der unter dem Namen Ivan
Rebroff bekannt war und gerade gestorben ist; 2. der lebende Rippert seinen
Anspruch auf das hübsche Erbe des toten soeben geltend gemacht hat und 3.
nächste Woche ein Buch herauskommt: "Saint-Exupéry - das letzte Geheimnis".
Da das Buch auf französisch erscheint, liegt eine Unterrichtung der deutschen
Leser nahe. Rippert, ehemals Luftwaffen-Pilot und später Sportreporter des ZDF,
sagte einer Nachrichtenagentur: "Es ist in der Nähe von Toulon passiert, er flog
unter mir. Ich war über der See auf einem Aufklärungsflug." Er habe das
französische Hoheitszeichen gesehen, sei eine Kurve geflogen und habe sich
hinter den Flieger gesetzt. Dann habe er ihn abgeschossen. "Wenn ich gewusst
hätte, dass es Saint-Exupéry war, hätte ich niemals geschossen." Er sei einer
seiner Lieblingsautoren gewesen.
Das zeugt von Feinsinn und Weitsicht; "Der kleine Prinz", heute Kult, war damals
gerade erschienen, auf deutsch kam das Buch 1950 heraus. Es erzählt von einem
Piloten, der in der Wüste notlandet und einen außerirdischen Prinzen trifft; der
sagt ihm allerlei Weltweises, etwa: "Man sieht nur mit dem Herzen gut."
Wie er erfuhr, dass de Saint-Exupéry sein Opfer war, bleibt vorerst Ripperts
Geheimnis. Der Pilot war am 31. Juli 1944 zu dem Flug aufgebrochen, von dem er
nicht zurückkehrte. Über sein Verschwinden wird bis heute spekuliert, vor zehn
Jahren zog ein Fischer Wrack-Teile aus dem Mittelmeer. An den Untersuchungen war
der Taucher Luc Vanrell beteiligt, der jetzt zusammen mit dem Journalisten
Jacques Pradel das Buch schrieb. Lino von Gartzen, der einen Verein zur Suche
vermisster Flugzeuge gegründet hat, ist mit dabei. Er machte Rippert ausfindig
und entlockte ihm den großen Satz: "Sie können aufhören zu suchen, ich habe
Saint-Exupéry abgeschossen."
[...diesen und weitere Berichte finden Sie unter www.waz.de]
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