Kathrin Röggla, Foto: foto-poklekowski.de

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Langsame Schreiberin
Autorin Kathrin Röggla besuchte die Dortmunder Premiere.
Ein Kurzinterview
von Nadine Albach in Westfälische Rundschau, 9.03.2009:

WR: Ihre Stücke folgen keinem konventionellen Aufbau. Wie kann man sich die Genese vorstellen?

Kathrin Röggla: Ich bin eine eher langsame Schreiberin. Die Stücke stehen in größeren Zusammenhängen. Die Recherche spielt eine große Rolle, gerade bei „worst case". Ich bin das Thema von allen Seiten angegangen, habe mit Katastrophenexperten gesprochen, entsprechende Filme gesehen… Die Groteske und das Absurde spielen eine große Rolle. Und auch die Mediendramaturgie.

Haben Sie sich selbst von Katastrophenmeldungen überflutet gefühlt?
Ich bin schon länger an dem Thema. Ich habe ein Buch über den 11. September geschrieben. Eine Reise nach Los Angeles und das Buch „Ökologie der Angst" von Mike Davis haben eine große Rolle gespielt. Auch in Deutschland lassen sich die Medien immer mehr auf Katastrophenerzählungen ein. Der Ausnahmezustand wird instrumentalisiert, politisch und medial. Katastrophen treiben die Quoten hoch, erzeugen ein solidarisches Wir-Gefühl, verwischen aber gleichzeitig die gesellschaftlichen Widersprüche. Eine Politik der Gefühle. (na)

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