Der doppelte Preisträger
Der Autor Sascha Reh hat sich zum zweiten Mal den Förderpreis Ruhr erschrieben. Ein Roman soll bald erscheinen.
Von JD in der NRZ vom 14.11.2008:

"Mein erster Roman steht kurz vor der Veröffentlichung", witzelte Sascha Reh jüngst in der Buchhandlung "Proust", "ich muss nur noch einen Verlag finden." Das könnte allerdings bald klappen. Denn der in Duisburg geborene Essener hat sich nun schon zum zweiten Mal den Förderpreis zum Literaturpreis Ruhr erschrieben, der neben der Dotierung von 2555 Euro auch Ruhm und Ehre einbringen soll. Zum ersten Mal hat der 34-jährige Reh den Preis vor vier Jahren gewonnen, mit seiner sensiblen Fußball-Geschichte "Tief stehen". Die ausgezeichnete Erzählung, die einen geschiedenen Vater und seinen Sohn im Stadion zusammenführt, wurde prompt von der NRZ gedruckt.

Sascha Reh, der Geschichte, Philosophie und Germanistik in Bochum und Wien studiert hat, arbeitet seit sieben Jahren als Familienberater - eine Tätigkeit, die geradezu als Steilvorlage für seinen zweiten Erfolg beim Literaturpreis Ruhr gelten kann. Denn dessen Jury hatte dem alljährlichen Schreibwettbewerb, dessen Sieger die Förderpreise bekommen, das Thema "Satirische Familiengeschichten" verpasst. Und Sascha Rehs Erzählung "Das System Schablonski" habe die Jury auf Anhieb einstimmig überzeugt, sagte deren Vorsitzender, der Herner Schriftsteller Volker W. Degener. Ein Essener Jury-Mitglied hatte sogar erkannt, dass es ein Text von Sascha Reh sein könnte, obwohl die Beiträge alle anonymisiert beurteilt wurden.

Beißende Satire

"Das System Schablonski" ist eine beißende Satire auf den Irrglauben, die Mittel und Prinzipien der Marktwirtschaft könnten dazu taugen, auch menschliche Beziehungen zu regeln. Die "Task Force zur Optimierung familiärer Systeme" erinnert von fern an "Super-Nannys" und ähnliche Versuche, Familienverhältnisse zu standardisieren und über einen Kamm zu scheren.

Im vergangenen Jahr war Sascha Reh als Stipendiat in der äußerst renommierten Autorenwerkstatt des Literarischen Colloquiums Berlin zu Gast. Während seines dortigen Aufenthalts ist auch Rehs Roman "Falscher Frühling" entstanden. Und jetzt verhandelt der hoffnungsvolle Schriftsteller auch mit diversen Verlagen. War vielleicht doch kein Witz, das mit dem "kurz vor der Veröffentlichung". (JD)

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