Tod
eines Humoristen
Günter Nehm
ist tot.
Von Gudrun Norbisrath in der WAZ, vom 14.02.2009:
Er war ein Großer, doch ein großer Leiser; ein Geheimtipp,
den man gern weitergab. Günter Nehm, 1926 in Wattenscheid geboren, lebte in
Recklinghausen, er war bei verschiedenen Bergwerksgesellschaften im Ruhrgebiet
tätig und dichtete: erschütternd komisch.
Robert Gernhardt schätzte ihn so sehr, dass er seine
Fischer-Taschenbuch-Reihe „Komische Gedichte" mit Nehms Band „Verspektiven"
startete.
Einfach hinreißend das Gedicht „Nostalgie auf Schienen": „In gesellschaftlichem
Kreise/ wird das Wörtchen ,Puff' ganz leise/ nur genannt, da jedermann/
Liebeslust und Liebeslaster/ gegen eine Menge Zaster/ käuflich dort erwerben
kann." Um in der zweiten Strophe umzuschwenken zur – Eisenbahn; und der
unübertrefflichen Schlusszeile: „Zweimal Puff erfreut unbändig, einmal Puff ist
unanständig."
Den Literaturpreis Ruhr hat Günter Nehm leider nie bekommen.
[...diese und weitere Besprechungen finden Sie unter www.waz.de]
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