Verspektiven von Günter Nehm, 2006, S. FischerTod eines Humoristen
Günter Nehm ist tot.
Von Gudrun Norbisrath in der WAZ, vom 14.02.2009:

Er war ein Großer, doch ein großer Leiser; ein Geheimtipp, den man gern weitergab. Günter Nehm, 1926 in Wattenscheid geboren, lebte in Recklinghausen, er war bei verschiedenen Bergwerksgesellschaften im Ruhrgebiet tätig und dichtete: erschütternd komisch. Robert Gernhardt schätzte ihn so sehr, dass er seine Fischer-Taschenbuch-Reihe „Komische Gedichte" mit Nehms Band „Verspektiven" startete.

Einfach hinreißend das Gedicht „Nostalgie auf Schienen": „In gesellschaftlichem Kreise/ wird das Wörtchen ,Puff' ganz leise/ nur genannt, da jedermann/ Liebeslust und Liebeslaster/ gegen eine Menge Zaster/ käuflich dort erwerben kann." Um in der zweiten Strophe umzuschwenken zur – Eisenbahn; und der unübertrefflichen Schlusszeile: „Zweimal Puff erfreut unbändig, einmal Puff ist unanständig."

Den Literaturpreis Ruhr hat Günter Nehm leider nie bekommen.

[...diese und weitere Besprechungen finden Sie unter www.waz.de]

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