Alice Munro, Biographie von Harold  Bloom, 2009Nobel erst durch Rücktritt?
Literatur-Nobelpreis für Alice Munro.
Kommentar von Jens Dirksen aus NRZ vom 10.10.2013:

Die Zahl derjenigen, die in diesem Jahr den Literatur-Nobelpreis nicht bekommen haben, ist einmal mehr schier unübersehbar groß.
Sehr hoch gehandelt wurde vorab der Japaner Haruki Murakami. Und er befand sich wohl auch unter den letzten fünf Kandidaten, über die das fünfköpfige Nobel-Gremium der Schwedischen Akademie alljährlich berät. Dann aber dürfte er, nach der Verleihung an den Chinesen Mo Yan im vergangenen Jahr, einem gewissen Kontinentalproporz unter den Preisträgern zum Opfer gefallen sein. Eine Ausnahme von diesem Denken macht die Jury offenbar nur bei Europäern.

Genau das aber dürfte die Hoffnungen für jemanden zunichte machen, der in diesem Jahr – neben der Weißrussin Swetlana Alexijewitsch, die am Sonntag den Friedenspreis des deutschen Buchhandels verliehen bekommt, dem Ungarn Peter Nádas, dem Norweger Jon Fosse oder der Algerierin Assia Djebar – ebenfalls wieder einmal aus berufenem Munde genannt wurde, wenn es um aussichtsreiche Kandidaten ging: der Song-Poet Bob Dylan.

Von einem anderen war, schon durch den Tod von Marcel Reich-Ranicki, allerdings gar nicht mehr die Rede. Aber vielleicht gibt es ja doch noch eine Chance für ihn. Philip Roth hat ja erst einmal angekündigt, dass er nichts mehr schreiben wolle. Alice Munro musste das noch zweimal wiederholen, bevor man ihr den Preis zugesprochen hat.

[...diese und weitere Besprechungen finden Sie unter www.nrz.de]

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