Grab von Alfred Müller-Felsenburgin Gevelsberg, Foto: hwg 18.9.2008Alfred Müller-Felsenburg und Linde Rotta bei der AMF-Preisverleihung im Mai 2007, Foto: Westf. Rundschau (hf0108)1.) - 2.)

81-jähriger Literat arbeitete bis zuletzt
Alfred Müller-Felsenburg verstarb am Sonntag
Von Horst Kniese in der Westf. Rundschau vom 01.01. 2007:

Alfred Müller-Felsenburg, der vielseitige heimische Schriftsteller, hatte sich zum Sterben in ein katholisches Hospiz in Mechernich in der Eifel begeben, wo er in der Nacht zum 30. Dezember 2007 seinen letzten Atemzug tat.

Zwei Tage vor Weihnachten nahm er telefonisch noch zahlreiche Glückwünsche zu seinem 81. Geburtstag entgegen und hatte die Frage nach seinem Befinden stets mit einem überzeugenden „Gut” beantwortet. Es war sogar eine Dosis literarischer Inszenierung dabei, die sein letztes Lebensjahr begleitete, dessen Maßeinheit seine Krebskrankheit bildete. Zeitgerecht vor seinem bewusst erlebten Abschied war noch seine Schrift „Abenddämmerung” erschienen mit der bangen Frage: „Sei's drum! Ich will es nicht anders. Erwartest du mich am Ende des Daseins?” Die Wortintensität seiner Dichtung reichte bis in die Todesnacht. Der Quell der virtuos und leicht erscheinenden Formulierungskunst erlosch erst mit dem Sterben. Er hatte sich , sogar bei seinen letzten Arbeiten, – wie immer – an den religiösen Grundfragen buchstäblich „gerieben”. Dazu kam als bedrückendes Ereignis im letzten Jahr der Tod seiner geliebten Frau Agnes, die Übersiedlung in ein betreutes Wohnen von Hagen nach Gevelsberg, der fast seherische Abschluss seiner letzten „Alfred-Müller-Felsenburg-Preisvergabe” im „Thalia”. Parallel dazu und mühsam gepflegt fast wie von Dämonen angetriebene literarische Betriebsamkeit – mit zahlreichen Verpflichtungen wie Hörbuch-Lesungen –, die die Gesamtauflage seines „Literaturbetriebs” wohl über die 500 000-Marke treiben ließ.

Müller-Felsenburg wird als ein Meister kostbarer kleiner Auflagen in die westfälische Literaturgeschichte eingehen, deren imponierende Addition nur durch Fleiß und Virtuosität der Sprache möglich wurde. In Kirchen-Veranstaltungen familiärer Art wurde er fast zum kleinen Star. Pädagogik war fast immer dabei. Schulmeister-Erfahrungen in Halver und Hagen-Kückelhausen schlichen sich ein. Seine nicht wenigen Romane lassen sein christlich-tolerantes Weltbild immer wieder durchschimmern.

Die Trauerfeier beginnt am Samstag um 11 Uhr in der Ev. Erlöserkirche in Gevelsberg.

[...diese und weitere Besprechungen finden Sie in der Westf. Rundschau]

Leseprobe I Buchbestellung I home 0108 LYRIKwelt © Westf.Rundschau/H.K.

***

Alfred Müller-Felsenburg und Linde Rotta bei der AMF-Preisverleihung im Mai 2007, Foto: Westf. Rundschau (hf0108)2.)

Schriftsteller transpotierte christliche Werte
Alfred Müller-Felsenburg nach schwerer Krankheit verstorben
Von Kirsten Niesler in der Westfalenpost vom 01.01. 2007:

Der Schriftsteller Alfred Müller-Felsenburg ist am 29. Dezember nach lange geduldig ertragener Krankheit im Beisein seiner Angehörigen in Mechernich im Hospiz Stella Maris*) des Ordens Communio in Christo verstorben.

Noch am 2. Weihnachtsfeiertag hatte der Autor mit seiner Familie seinen 81. Geburtstag feiern können.

Sein literarisches Vermächtnis legte er in seine letzten beiden Werke, den Lyrikband „Abenddämmerung” und den anspruchsvollen philosophischen Roman „Selbstbezichtigung Mord!”, erschienen im November 2007.

Alfred Müller-Felsenburg wurde am 26. Dezember 1926 in Bochum geboren. Er erlebte den 2. Weltkrieg als Soldat, war von 1945-48 in französischer Kriegsgefangenschaft und konvertierte in der Nachkriegszeit zum Katholizismus. Der Vater von drei Kindern war bis 1978 als Lehrer tätig, seither als freier Schriftsteller. 1988 rief er den Alfred-Müller-Felsenburg-Preis für aufrechte Literatur ins Leben, den er im Jahre 2007 selbst für sein Lebenswerk erhielt.

Er lebte bis 2004 in Hagen und zog dann nach Gevelsberg in das Stadtwohnen der Fliedner-Stiftung im ehemaligen Krankenhaus. Hier gründete er den „Schriftsteller-Stammtisch”, der sich regelmäßig jeden Monat traf.

Viele Veröffentlichungen Alfred Müller-Felsenburgs transportierten die Werte des christlichen Glaubens. So schrieb er zahlreiche Biographien glaubensstarker Persönlichkeiten und Heiliger, Kinder- und Jugendbücher, auch mit Lyrik, Erzählungen und Kurzprosa erwarb er sich Anerkennung. Zahlreiche Auszeichnungen durfte er für sein schriftstellerisches Schaffen entgegen nehmen, so unter anderem 1997 den „Westfälischen Literaturpreis, Hagen”.

Von 1962 bis 1993 gehörte Alfred Müller-Felsenburg dem Autorenkreis Ruhr-Mark an.

Der Auferstehungsgottesdienst erfolgt Samstag, 5. Januar, um 11 Uhr in der Erlöserkirche, danach Beisetzung auf dem Kirchfriedhof.

[...diese und weitere Besprechungen finden Sie in der WESTFALENPOST]

Leseprobe I Buchbestellung I home 0108 LYRIKwelt © Westfalenpost/K.N.

*)(kini) Im Hospiz Stella Maris des Ordens "Communio in Christo" in Mechernich/Eifel verlebte Alfred Müller-Felsenburg seine letzten Lebensmonate. Er fühlte sich hier geborgen, umsorgt und willkommen. Er selbst sagte in einem letzten Gespräch: "Ich fühle mich glücklich hier. Von Stund an, seit ich hergekommen bin, habe ich keine Angst mehr vor dem Tode. Die Kinder sind da, die Freunde. Ich bin froh, dass ich hier sein darf."
Die sternförmige Architektur des Hospizes erinnert so gar nicht an Krankenhaus. Wer hier lebt, ist Gast, nicht Patient. Eine große Eingangshalle mit Bänken, einem Teich, viel Grün und einem erzählfreudigen Papagei erinnert eher an ein ansprechendes Hotel. Die Zimmer sind einladend gestaltet, mit Terrasse und Blick ins Grüne.
Ordensschwestern und Mitarbeiterinnen sind da, wann immer ein Besucher oder Gast einen Menschen zum Reden oder Zuhören braucht. Fröhlichkeit bestimmt das Miteinander - gerade und weil es die Zeit des Übergangs ist. Die Gäste bekommen alles, was sie an medizinischer Betreuung benötigen. Es ist ein guter Ort. Ein Mensch am Lebensende wird hier so liebevoll und wissend begleitet, wie man es sich nur für sich selbst wünschen kann. Zu den Einrichtungen des Ordens gehören u. a. auch ein Seniorenwohnheim und ein Haus für Pflegebedürftige. Jeder kann aufgenommen werden, unabhängig von Religionszugehörigkeit oder Weltanschauung.
Der Orden "Communio in Christo" wurde 1977 von der Niederländerin Mutter Marie Therese (1927-1994) gegründet. Im Mutterhaus in Mechernich lebt die Kommunität von Priestern, Schwestern und Laien. Der Orden lebt in den vorgegebenen Strukturen der Kirche und der Welt. Das Gelübde für alle ist die Nächstenliebe. Nächstenliebe war für Mutter Marie Therese oberster Grundsatz. Sie nahm Obdachlose und Aidskranke auf, ohne weiter zu fragen.
Kontakt: 02443/9814-600 oder 02443-9814-805, e-mail: info@hospiz-stella-maris.de, www.hospiz-stella-maris.de