Alfred Müller-Felsenburg 2007, Foto: Viktor DückerErneut verlässt ein Nachlass die Stadt
Nach
Ernst Meister jetzt Alfred Müller-Felsenburg im Archiv Münster
Von Hubertus Heiser in der Westfalenpost vom 25.11. 2004:

Wo bleibt der literarische Nachlass des Hagener Schriftstellers Alfred Müller-Felsenburg? Nicht in Hagen. Nach jahrelangen Bemühungen, das in einer Gesamtauflage von 450 000 Exemplaren erschienene Buch- und Lebenswerk in Hagen zu bewahren, ist entschieden: Das Westfälische Archivamt Münster öffnet sein Westfälisches Literaturarchiv.

Damit sind für Alfred Müller-Felsenburg "Jahre größter Besorgnis" vorbei, ein rundes Dreiviertel seines Werkes wurde bereits von Münster abgeholt, die restlichen Bücher und Schriften werden nach dem Tod des Schriftstellers in Münster archiviert - direkt neben dem Nachlass des bedeutenden Hagener Poeten Ernst Meister.

Einen entsprechenden Vertrag hat der heute 77-Jährige "ohne bürokratische Gängelei" mit dem Westfälischen Archivamt abgeschlossen. Müller-Felsenburg: "Das war ein Vorgang der Erleichterung, weiß ich doch jetzt meinen Nachlass in guten Händen, wie ich auch herzlich eingeladen wurde, das Archiv in Münster zu besuchen, wann immer ich es möchte".

Die für ihn so erfreuliche Entwicklung war jedoch keine Momententscheidung. Natürlich hatte Müller-Felsenburg, der seit 1964 in Hagen lebt und nach Ausscheiden aus dem Schullehrdienst seit 1978 als freischaffender Autor wirkt, auch beim Museum für Stadt- und Heimatgeschichte (wie das Stadtmuseum mit dem Begriff "Heimat" seinerzeit noch hieß) angeklopft, löste jedoch "kein überragendes Interesse" aus.

Erst später nach Intervention durch den damaligen Oberbürgermeister Thieser öffneten sich für den Schriftsteller die Vertragspforten im Historischen Centrum Eilpe.

Doch diesen im Januar 2001 mit Museumsleiterin Beate Hobein unterzeichneten Vertrag hatte Müller-Felsenburg im Juli diesen Jahres wieder gekündigt, nachdem ihm "große Zweifel an einer ordentlichen Archivierung" gekommen waren.

Müller-Felsenburg: "Der Vertrag war juristisch unglaublich kompliziert und voller Beschränkungen". Übersetzt heißt das, dass nur an Teilen des Nachlasses Interesse bestand. "Danach hörte und sah ich nichts mehr davon". Informationskontakt hatte er zu einer Kollegin, der bekannten Kinderbuchautorin Ilse Bintig in Hamm, deren Nachlass gerade von Münster aufgenommen wurde. Des Hagener Autors Interesse war geweckt und relativ schnell der Vertrag perfekt.

Sein Nachlass umfasst allein 80 weltliche und religiöse Buchtitel, die in 10 Sprachen und teils in Blindenschrift übersetzt respektive übertragen wurden. Desweiteren gingen Hörbücher, Anthologien, Broschüren und Heftreihen ins Westfälische Literaturarchiv, die Müller-Felsenburg verfasste oder an denen er federführend mitgearbeitet hatte.

Neben Romanen, Erzählungen, Gedichten, Essays und Portraits sowie Kinder- und Jugendbüchern, Science Fiction, Besinnlichem, Lokalem und nicht zuletzt Reiseliteratur und Rundfunk wurden hohe literarische Auszeichnungen zu Höhepunkten in seinem Schriftstellerleben. So erhielt er den NRW-Kultusministerpreis und die Hugo-Carl-Jüngst-Medaille, wie ihm 1997 der Westfälische Literaturpreis verliehen wurde.

[...diese und weitere Besprechungen finden Sie in der WESTFALENPOST]

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