Witzige Wortspielereien für Kinder
Vater des Sams: Der Bamberger Schriftsteller Paul Maar feiert 70. Geburtstag
Von Ursula Persak aus den Nürnberger Nachrichten vom 11.12.2007:

«Am Donnerstag, da donnert es« heißt es in den Sams-Geschichten. Doch in dieser Woche gilt die Sams-Regel Nummer vierzehneinhalb ausnahmsweise nicht. An diesem Donnerstag, den 13. Dezember, darf die Sonne scheinen, wie es nur für Sonntag vorgesehen ist. Denn dann feiert Kinderbuchautor Paul Maar 70. Geburtstag.

Neben den fünf Sams-Bänden hat der in Bamberg lebende Schriftsteller noch viele weitere Klassiker zur Kinderliteratur beigesteuert, zum Beispiel «Der tätowierte Hund« und «In einem tiefen, dunklen Wald«, «Jaguar und Neinguar« oder «Der Tag, an dem Tante Marga verschwand«. Es gibt Stücke und Filme, einige seiner Werke hat er als Autor, der technikbegeisterten Kindern aufgeschlossen gegenübersteht, für CD-Rom bearbeitet. Über ein «witziges, interaktives Computerspiel« denkt er gerade nach. Maar hat keine Bedenken, seine Leser zwischendurch von Büchern wegzulocken: «Auch Kinder am Computer müssen lesen und schreiben lernen, wie sollten sie sonst ihre Botschaften ins Internet einspeisen?«

Letzteres sagte der Jubilar in seiner Rede zur Verleihung des Deutschen Jugendliteraturpreises für sein Gesamtwerk. Maar ist außerdem Träger des Friedrich-Rückert-Preises, des E.-T.-A.-Hoffmann-Preises, des Bayerischen Verdienstordens, der Hans-Christian-Andersen-Medaille und vieler Auszeichnungen mehr.

Seine Bücher «Lippels Traum«, «Die Opodeldoks« und andere wurden in mehr als 30 Sprachen übersetzt. «In einem tiefen, dunklen Wald« und weitere Kindertheaterstücke werden auf Bühnen von Antwerpen bis Warschau gespielt. Die Theateradaption von «Herr Bello und das Blaue Wunder« erlebte gerade in Fürth die Uraufführung. In Nürnberg arbeitet das Theater Pfütze eng mit dem Ideenlieferanten zusammen.

Zum Schreiben kam der 1937 in Schweinfurt geborene Paul Maar in der Malklasse der Kunstakademie Stuttgart. Der vielversprechende bildende Künstler stellte bereits Mitte der 60er Jahre aus, er liebäugelte aber auch mit der Konkreten Poesie und verfasste für den Südfunk die Erzählung «Der Turm im See«.

Seine eigenen Kinder motivierten ihn Ende der 60er Jahre zum ersten Buch «Der tätowierte Hund«. Schon damals zeigte sich Paul Maars genialische Gabe, mit Wortspielen Kinder zum Kichern zu bringen. Der Schreiber ist immer auch Maler geblieben; viele seiner Bücher, die alle im Hamburger Oetinger-Verlag erschienen sind, hat er kongenial illustriert und damit seinem Fan-Kreis eine umso größere Freude bereitet....Fortsetzung

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