Laura Lippmann über sich
selbst - eine Zusammenstellung.
Antworten von Laura
Lippmann (2003, Rotbuch-Verlag).
1. Wenn Laura Lippman, Journalistin und Reporterin, etwas über Laura Lippman, die berühmte Schriftstellerin, für die Baltimore Sun zu schreiben hätte, wie würde sie vorgehen?
Laura die Journalistin würde Laura der Schriftstellerin endlos schöntun, bis sie den ungehinderten Zugang zu deren Leben bekäme, den sie wollte. Sie würde versuchen, es zur Bedingung des Interviews zu machen, dass sie Laura zuhause besuchen und ihre Familie und ihre Freunde befragen dürfte. Sie würde ferner den Namen Laura Lippman mal in den Gerichtscomputer eingeben und schauen, was dabei rauskommt. Als hervorragende Reporterin könnte sie sogar ein paar Akten finden, die Laura Lippman lieber geheimhalten würde. Sie würde mißtrauisch auf jeden reagieren, der seine Auslassungen nicht zitieren lassen will, und würde sich vor allem auf langjährige Freunde wie Melinda Henneberger (früher in der römischen Redaktion der New York Times) verlassen und auf andere Kriminalautoren wie Harlan Cohen, Katy Munger und George Pelecanos.
Am Ende aber würde sich Laura die Journalistin dem Argument der Schriftstellerin Laura beugen: dass ihr Privatleben unzugänglich bleiben sollte. Sie ließe sich nämlich leicht von der Behauptung beschämen, welche die Schriftstellerin dann vorbringen würde: daß ein weiteres Vordringen sexistisch wäre. "Wenn ich ein Mann wäre" - würde Laura die Schriftstellerin bemerken - , "dann würde sich keiner für mein häusliches Leben interessieren."
2. Stellen Sie sich vor, die Privatdetektivin Tess Monaghan hätte Laura Lippmann zur Strecke zu bringen. Hinter was wäre sie her?
Hinter ihren Finanzen - die Leute an meinem alten Arbeitsplatz sterben vor Neugier, was ich wohl mit meinen Romanen verdiene, aber ich will's ihnen nicht sagen. Ansonsten ist mein Leben ein offenes Buch, wenn Sie den naheliegenden Witz entschuldigen.
3. Gibt es ein Geheimnis um Laura Lippman? Könnten Sie es beschreiben, ohne es preiszugeben?
Ihre nette Art ist eine Maske für gewisse Gefühle, die sie vor der Welt lieber verbergen würde.
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