Doris
Knechts DebütromanEs wird am Ende keine "Knödel" für sie geben.
Als KURIER-Kolumnistin wird ihr Debütroman nicht bewertet. Doris Knecht hätte
sich also nicht so bemühen müssen. Ihr Held Gruber ist ein Karriere-Typ, fährt
Porsche, wechselt Frauen, wird sehr krank und verliebt sich. Man kann auch einen
Fiat haben und verheiratet sein, um sich bös' ertappt zu fühlen.
KURIER: Sie haben einen Mann seziert. Fanden Sie mehr als Hirn mit Ei?
Doris Knecht: Dass er ein Hirn hat, kann er erst ganz gut
verbergen. Wobei Grubers offensive Oberflächlichkeit ja schon ein bissl einen
rebellischen Charakter hat, ein adoleszenter Protest gegen die Eltern, den er
beim Erwachsenwerden abzulegen vergessen hat.
Sie geben Gruber eine Chance, dass er sich ändert.
Ja, schon. Aber damit kein Missverständnis aufkommt: Es ist nicht die Krankheit,
die ihn läutert. Die Krankheit macht ihn verletzlich, was dazu beiträgt, dass er
empfänglicher wird für echtes Gefühl. Was ihn ein kleines bisschen verändert
oder offener macht, ist die Liebe.
Ein dummer Mann muss also nicht Krebs kriegen, um ein Mensch zu werden?
Nein! Durch Krankheit wird doch kein Mensch besser oder schlechter! Aber
manchmal hilft es, eine kluge Frau zu treffen.
[...diesen und weitere Berichte finden Sie unter kurier.at]
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