Hans Keilson, 2005, Foto: Ekko von Schwichow

Foto: Ekko von Schwichow
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Da steht mein Haus von Hans Keilson, 2011, S. FischerHans Keilson in Hilversum gestorben
Von Jens Dirksen in der NRZ vom 2.6.2011:


"Was ich in den hundert Jahren literarisch geschrieben habe, ist ohne literarischen Ehrgeiz entstanden. Es musste einfach heraus", sagte Hans Keilson in seinen Erinnerungen "Da steht mein Haus" - jenem Buch, das in diesem Frühjahr im S. Fischer Verlag erschienen ist, der 1933 auch seinen ersten Roman herausbrachte. Dessen beinahe programmatischer Titel "Das Leben geht weiter" gilt seit gestern für Hans Keilson nicht mehr: Er starb im holländischen Hilversum mit 101 Jahren, wie sein Verlag mitteilte.

Der Jude Hans Keilson musste unter den Nazis emigrieren, er ging nach Holland und wurde Psychiater, der als das Hauptwerk seines Lebens die Studie "Sequenzielle Traumatisierung bei Kindern" ansah, die aus seiner Arbeit mit jüdischen Waisen hervorgegangen war. In jüngster Zeit aber erlebten seine literarischen Werke wie die Novelle "Komödie in Moll" oder "Der Tod eines Widersachers" ein ungeahntes Comeback, vor allem in den USA. "Die Sprache", sagte der im brandenburgischen Fereienwalde geborene Keilson immer "war die Heimat".

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