Nora-Eugenie Gomringer, 2008, Foto: Anita Schiffer-Fuchs, www.poklekowski.de

Nora Gomringer
Foto: Anita Schiffer-Fuchs

www.foto-poklekowski.de

Gomringer leitet Villa Conconrdia
Neue Chefin in Bambergs Künstlerhaus Concordia
Besprechung von
ruf aus den Nürnberger Nachrichten vom 13.01.2010:

Die Villa Concordia, das Internationale Künstlerhaus in Bamberg, ist künftig in Frauenhand: Mit Nora Gomringer übernimmt eine 29-Jährige den Chefsessel der staatlichen Einrichtung.

Der Terminkalender von Nora Gomringer ist rappelvoll und führt die Schriftstellerin und Slam-Poetin quer durch den deutschsprachigen Raum - Lesungen zwischen Bozen und Basel, Wien und Zürich stehen in den nächsten Wochen noch an. Ab April dann wird sie die Villa Concordia in Bamberg leiten.

Tochter eines berühmten Poeten

An internationalem Flair dürfte es der Tochter von Eugen Gomringer, des Weltstars der Konkreten Poesie, also auch künftig nicht mangeln. Denn schließlich leben und arbeiten in der schönen Villa an der Regnitz regelmäßig bis zu zwölf Künstler aus Deutschland und aus jeweils einem anderen Land (derzeit Schweden) für ein Jahr zusammen. Vergeben werden die Stipendien in den Sparten Bildende Kunst, Musik und Literatur. Neben freier Logis erhalten die Künstler monatlich 1500 Euro.

Die Villa-Stipendiaten sind allerdings zum großen Teil keine Jungspunde, sondern gestandene Künstler. Literaturnobelpreisträgerin Herta Müller zum Beispiel war 2007/08 zu Gast. Auch Autor Arnold Stadler (Jahrgang 1954) hat ein Jahr in Bamberg verbracht, genauso wie die Komponisten Hans-Christian Dadelsen (Jahrgang 1961) oder Markus Zahnhausen (Jahrgang 1965). Die Beispiele zeigen: Gomringer wird in den allermeisten Fällen deutlich jünger sein als «ihre« Stipendiaten. Aber weil sie selber mit Stipendien in verschiedenen Ecken der Welt war - zuletzt in New York, Berlin und Moskau - weiß sie auch, worauf es in der Organisation ankommt.

Trägerin des bayerischen Kulturförderpreis

Gomringer, die in Bamberg Anglistik und Germanistik studiert hat, hat sich als freischaffende Autorin und Veranstalterin einen Namen gemacht. Sie erhielt zahlreiche Auszeichnungen, darunter 2006 den Bayerischen Kunstförderpreis und den Förderpreis der Kulturstiftung Erlangen, im Jahr darauf den E.ON-Kulturpreis Bayern. Sie folgt Bernd Goldmann, dem Gründungsdirektor der 1997 eröffneten Villa, nach. Er geht in den Ruhestand und hatte vor allem auch mit seinen Großskulpturen-Ausstellungen in der Bamberger City für Schlagzeilen gesorgt. Der Vertrag der neuen Chefin ist zunächst auf fünf Jahre befristet.

Die komplette Besprechung von ruf mit Abb. unter Nürnberger Nachrichten

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