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| Foto: Ekko von Schwichow www.schwichow.de |
Ken Follett: "Lebe wirklich im Mittelalter"
Zum Finale des
TV-Events "Die Säulen der Erde" (Samstag und Sonntag im ORF): Bestseller-Autor
Ken Follett im KURIER-Interview.
Das Gespräch führte Werner Rosenberger aus Kurier,
Wien vom
20.11.2010:
Dass er selber in einer Szene mitspielt, war Zufall: "Ich
sah mir in Budapest die Dreharbeiten an. Da bekam ich einen kleinen Auftritt als
Bauer. Das war nicht leicht: Entweder konnte ich den Text, aber vergaß zu
spielen oder ich schauspielerte, aber kam mit dem Text durcheinander. Ich
fürchte, ich war schlecht."
Was interessiert den Erfinder dieses Epos rund um Liebe und Hiebe, Schwerter und
Sex am Mittelalter? "Einerseits die ungeheuer harten und brutalen
Lebensbedingungen, die Machtkämpfe, die Kriege", sagt Follett im KURIER-Gespräch.
"Andererseits die beginnende Zivilisation, die vielen Erfindungen, die das
Weltbild der Menschen völlig auf den Kopf gestellt haben."
Ein mehr als 1000 Seiten dicker Roman ist ein Groß-Projekt: Zuerst macht Follett
einen Plan, erfindet die Figuren, entwickelt die Handlung. Bei "Die Säulen der
Erde" wurden Historiker und Architekten als Experten zu Rate gezogen. "Erst dann
fange ich zu schreiben an, täglich rund sechs Seiten", sagt der Autor. "Da lebe
ich dann tagsüber wirklich im Mittelalter mit meinen Figuren. Am Ende des
Arbeitstages sage ich einfach: Schluss jetzt! Lebe mein normales Leben und
belohne mich mit einem Glas Champagner."
In seinem neuen Wälzer "Sturz der Titanen", dem ersten
Teil einer Trilogie über das 20. Jahrhundert, erzählt Follett anhand
verschiedener Familien in England, Russland, Deutschland und den USA über die
Auswirkungen des Ersten Weltkriegs auf das Leben der Menschen.
Follett besucht gern die Orte, über die er schreibt: Berlin, Washington - oder
Buffalo. In natura, aber auch auf Google Earth, "um die Erinnerungen
aufzufrischen".
So habe er sich bei der Arbeit an "Sturz der Titanen" immer wieder St.
Petersburg angeschaut, die Lage der Straßen, der Brücken, um eine Szene wie den
Sturm auf den Winterpalast lebendig schreiben zu können.
[...diese und weitere Besprechungen finden Sie unter www.kurier.at]
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