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Liebe zu Franken: Egon Fein ist gestorben
Von Walter Schatz in den Nürnberger
Nachrichten vom 9.12.2006:
Egon Fein ist tot. Der Journalist und Buchautor ist nach langer, schwerer
Krankheit im Alter von 78 Jahren in München gestorben.
Sein Werdegang begann Anfang der fünfziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts
bei den Nürnberger Nachrichten. Als Polizeireporter war Egon Fein damals eine
stadtbekannte Persönlichkeit. Zusammen mit seiner Frau Traute, geborene
Klausnitzer, die als Rollschuhläuferin des 1. FC Nürnberg sportliche Lorbeeren
erntete, erregte er in der Gesellschaft viel Aufmerksamkeit.
Obwohl der gebürtige Nürnberger in seinem Berufsleben mehrere Stationen hinter
sich gebracht hat, verlor er seine Heimatstadt nie aus den Augen. Egon und
Traute Fein wanderten 1957 in das amerikanische Baltimore aus, aber dort hielt
es sie nicht lange. Beide kehrten 1960 nach Deutschland zurück und lebten
seither in München. Egon Fein galt als einer von der alten Illustriertengarde,
denn er hat sich als Textchef verschiedener Blätter bis zum Chefredakteur der
Quick im BauerVerlag hoch gearbeitet.
Sorgfältige Recherche
In den späten achtziger Jahren arbeitete Fein als freier Autor. Er war Erfinder
und Produzent der TKKG-Kinderbücher (hinter den Buchstaben verbergen sich die
Namen von Kindern) und der Zeitschriften Wahre Geschichten und Bio Vita. Seit
dem Ausscheiden aus dem Alltagsgeschäft widmete er sich vor allem der jüngsten
Geschichte seiner fränkischen Heimat.
Mit seinem Buch „Nürnberg in den fünfziger Jahren“ erinnerte Egon Fein
seine Zeitgenossen an die schwierigen Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg, wobei er
auf viele Erfahrungen aus eigenem Erleben zurückgreifen konnte. So erzählt er
von seiner Hochzeit mit Traute am 31. Dezember 1954 im Bieling-Schulhaus — mit
dem deutlichen Hinweis darauf, dass das Rathaus in der Innenstadt noch zerstört
war. In dem Buch mit 400 Bildern erweist sich der Autor als ein sorgfältiger
Rechercheur.
Mit dem Werk „Hitlers Weg nach Franken“ (wie die „50er Jahre“ im Verlag
Nürnberger Presse erschienen) drang Fein tief in die schlimmsten Stunden der Nürnberger
Stadtgeschichte ein. Er schildert eindringlich, wie schon kurz nach der
Machtergreifung der NSDAP der Druck auf die Menschen in der Stadt stieg, zumal
hier der berüchtigte Gauleiter Julius Streicher wütete.
Nicht nur die beiden Bücher zeigen, wie eng Egon Fein seiner Heimatstadt
verbunden blieb, bis ihn seine schwere Krankheit ans Bett fesselte. Sein Sohn
Stephan, gleich ihm Journalist, schreibt über den Tod des Vaters: „Gegen
Medienkrisen kann man gewinnen. Gegen einen Tumor im Kopf nicht.“
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