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2.)
Heute feiert
Hans Magnus Enzensberger seinen 80.
Geburtstag – Sein Werk zeichnet spielerische Behändigkeit aus.
Allein für seine Gedichte hat Hans Magnus Enzensberger einen
Lorbeerkranz verdient.
Von Alexander Altmann aus dem Münchner
Merkur, 11.11.2009:
Oft gilt es nur als freundliche
Schmeichelei, wenn man Jubilaren im höheren Alter bestätigt, sie sähen „viel
jünger“ aus. Bei Hans Magnus Enzensberger hingegen, der heute 80 wird, ist das
die reine Wahrheit. Denn dieser Klassenprimus unter den deutschen Dichtern und
Denkern der Gegenwart wirkt nicht nur äußerlich wie ein ewiger Gymnasiast. Er
hat sich auch geistig eine solche Beweglichkeit, Leichtigkeit und Eleganz
bewahrt, dass er einem mit seinem spitzbübischen Lächeln manchmal vorkommt wie
der Luftgeist aus einem Shakespeare-
Vielleicht ist es ja kein Zufall, wenn Enzensbergers
neuere Gedichtbände Titel tragen wie „Leichter als Luft“ oder „Die Geschichte
der Wolken“. Als Luftikus kann man Deutschlands weltberühmten Vorzeige-
Das zeigte schon sein erster Gedichtband „Verteidigung der Wölfe“ (1957), der im konservativen Kulturklima der frühen Bundesrepublik wie eine Bombe einschlug, standen darin doch Verse wie: „Lies keine Oden, mein Sohn, lies die Fahrpläne:/sie sind genauer.“ Blitzartig machte das schmale Bändchen, das heute längst als Meilenstein der Literaturgeschichte gilt, den „zornigen jungen Mann“ Enzensberger berühmt, der seither als hellsichtiger Analytiker das Zeitgeschehen auch mit vielbeachteten politischen Essays begleitete, in denen er sich stets über „Mittelmaß und Wahn“ erhebt.
Versuchen der Vereinnahmung hat sich dieser Global Player
des Geistes dabei immer konsequent entzogen. Seine sezierende Untersuchung von
Kapitalismus und Bewusstseins-
Und so vielfältig, so wandlungsfähig wie seine Meinungen
sind auch die literarischen Aktivitäten des Postbeamtensohnes aus Kaufbeuren,
der in Nürnberg aufwuchs und seit Jahrzehnten in München lebt: Neben
Zeitschriften wie „Kursbuch“ oder „Transatlantik“ hat Enzensberger „Die andere
Bibliothek“ herausgegeben, er hat, teils unter Pseudonym, Prosa, Dramen,
Kinderbücher verfasst und im vergangenen Jahr eine Art Doku-
Der wichtigste und bleibende Teil seines Gesamtwerkes,
das, wofür Enzensberger wirklich einen Lorbeerkranz verdient hat, sind
allerdings seine Gedichte. Bis hin zu seinem jüngsten Lyrikband „Rebus“ (2009)
faszinieren sie durch das sanfte Schaukeln der Sätze, jenen aufgeweckten, aber
doch manchmal wohlig einlullenden Sound der Dialektik, der im Pendelschlag der
Verse die Bewegung des Denkens nachzeichnet. In dieser Dichtung prallt der
Durchblicker-
In der lyrischen Verschränkung von Übertrumpfungs-
Bleibt den Lesern also nur die Hoffnung auf viele weitere Werke dieses Autors. Jung genug dafür ist er ja.
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