Fritz Eckenga (Ausschnitt), Foto: www.philippwente.com

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Fritz Eckengas Kalauer in der Zugluft des Zeitgeists
Von Jens Dirksen in der NRZ vom 18.10.2011:

Früher, als die Tage noch aus Holz waren, gab es mehr zuverlässige Standardsituationen. Heute aber ist die Halbwertzeit der meisten Dinge mindestens doppelt so kurz. Und so muss im neuen Kleinkunst-Solo von Fritz Eckenga der legendäre Bademeister auch im ausverkauften Oberhausener "Ebertbad" draußen bleiben.

Im Programm Nr.7 vom kalauernden Grantler, der seine Wohnhaft in Dortmund verbüßt, sind "Alle Zeitfenster auf Kippe", wie der Titel verheißt. Angeblich soll der Durchzug den Zeitgeist hinwegfegen, aber das kann gar nicht klappen, Eckenga lebt ja davon, ihn aufzuspießen und zu nageln. Mit kurzen Rückblicken auf den letzten Rinderwahn- Enkel namens Ehec und dessen Vorläufer: "Hab ich jetzt genug Antibiotika-Masthähnchen gegessen, um keine Schweinegrippe zu kriegen?" Oder mit beifallträchtigen Seitenhieben auf die dauerquasselnden "Experten" von Beckenbauer bis Scholl-Latour.

Mit Wonne hält Eckenga Running Gags auf Trab, diesmal geht das ;,Unnenschönentachnoch"-Geräusch an den Start, das einem allerorten hinterhergeflötet wird, um über die Ausbeutung des Personals in den allgegenwärtigen Service-Oasen hinwegzuttäuschen. Zugleich strapaziert Eckenga die eigene elektronische Assistentin "Sandra", ohne dass da allzu viele Satire-Funken sprühen.

Dafür zünden Eckengas wohlgesetzte Reime wie die beinahe schon klassische "Erste Herbsthilfe": "Wenn es novembert im Gemüt, / wenn nichts mehr funkelt, glimmt und glüht, / dann hilft kein Gott und kein Gedicht, / dann hilft dir nur ein Schmorgericht." So schmurgelt auch dieses Programm vielversprechend vor sich hin, bis zu den Höhepunkten am Ende, von den letzten Fragen über das genial gespielte "Vertreter an der Bar"-Gespräch bis zu einem Kurzvortrag des Fußballmanagers A. ("Viertelstunde. Das schaffst du schon!") über - Bildung. Klasse Standard!

[...diese und weitere Besprechungen finden Sie unter www.nrz.de]

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