Adelheid Dahimène, Foto: Erika Kronabitter (hf1110)Abschied von einer Freundin
Nach langer schwerer Krankheit ist Adelheid Dahiméne gestorben. Es war noch nicht ihre Zeit.
Von Erika Kronabitter, 24.11.2010:

Es war noch nicht ihre Zeit. Wir hatten den Sommer. Eine Woche im Sommer. Und trafen uns zum Sprechen, zum Diskutieren, um den Texten zu verhelfen, dorthin, wohin und wohin auch immer. Wir nannten es „Tage für Text und Kritik“, es war diesen Sommer in Strobl, wir sassen am See, sinnierten ins Blau, mit den Füssen am Boden, dachten Wolfgangsee und andere Wasser. Wir diskutieren und feilschten, Wort für Wort, Satzbau, Semantik. Sie war guter Dinge. Den steilen Hügel zum Berghaus sind wir gewandert, langsam, mit Pausen, langsam, sehr langsam, weil sie haushalten musste mit ihrer Luft. Wie gesagt: sie war guter Dinge und kräftig in ihren Gedanken, voll Zuversicht und Zukunft,  mit Plänen von einem Haus am Meer. Immer wieder mussten wir rasten,  eine Pause, eine Rast, auf dem Weg, dem kurzen Bergweg zum Haus. Doch Adelheid war fröhlich, inmitten der Runde, inmitten  von SchriftstellerInnen die eigene Arbeit zu diskutieren, zu besprechen die Texte, fast schon selbst Literatur zu sein. Sie genoss es, die ansonsten für viele, viel für die anderen KollegInnen tat. Als Schriftstellerin bekannt und vielfach auf Lesereisen, weithin ihre Kinderbücher beliebt. Und ihre Lyrik , ein Gedicht von Gedichten, 2006 für den 1. Preis des Feldkircher Lyrikpreises nominiert. Ihre Gedichte in sprachlichen Schichten, Rede und Ausdruck, Wendungen, Weisen. Scheinbar Vertrautheit,  Überraschung die Kombination. Ein  Vergnügen zu spüren den Rhythmus, Präzision, zu entdecken den roten Faden zwischen Alltag und Kühn. Es war noch nicht ihre Zeit. Es bleiben die Sätze. Die Worte bestehen.

Leseprobe I Buchbestellung 11110 LYRIKwelt © Erika Kronabitter