
Schräg,
schräger,
Ulle Bowski,
das ist der schrägste Kult-Künstler aus Recklinghausen, arbeitslos, seit er -
eben - einst als Handwerker vom Dach fiel. Seitdem betätigt sich der Mann, der
eigentlich Uwe Iserloh heißt, künstlerisch.
Von Elisabeth Höving aus der
WAZ , 6.08.2010:
Als Regisseur von gleich vier Kinofilmen, als Moderator seiner eigenen Internet-Sendung „Kult-A“, als Veranstalter. Alles mit wachsendem Erfolg. Soeben legte Ulle Bowski seinen Debütroman vor, den „EineuRoman(n)“. Der 42-Jährige schrieb über eine Szene, die er aus eigener Erfahrung kennt: „Ein Stück Wahrheit ist immer dabei.“ Eine Autobiografie, sagt er, habe er dennoch nicht vorgelegt: „Ich bin Hartz IV-Empfänger, aber kein 1-Euro-Jobber.“
Den Wunsch nach einem eigenen Buch hegte Ulle Bowski schon lange: „Ich habe immer davon geträumt, wie es wohl wäre, wenn mein Buch in der Buchhandlung Winkelmann ausliegen würde.“ Das tut es jetzt. Werbung al la Bowski: „Arbeitsloser Taugenichts schreibt ein Buch über einen arbeitslosen Taugenichts und verkauft dieses Buch an andere arbeitslose Taugenichtse und landet dadurch auf der Bestsellerliste.“
Und das, obwohl Ulle Bowski im Schulfach Deutsch nach eigener Aussage eher eine Niete war: „Dieses Buch soll auch Mut machen, nicht aufzugeben.“ Die Geschichte soll den Menschen zeigen, dass man sich auch in den schlimmsten Lebenssituationen nicht aufgeben soll: „Man kann was anderes ausprobieren, zum Beispiel ein neues Talent.“ Ulle Bowski hat’s getan, sein Protagonist, ein Ich-Erzähler, auch.
Ein Mann ohne Job philosophiert über seine missliche Lage: „Das ist ja das Einzige, was sich ein Arbeitsloser noch leisten kann. Die Philosophie.“ Die haben auch seine Kumpels im Park drauf. Das sind Komatrinker Willi Krause, Rad-Rowdy Speedy, Einzelgänger Robert Blocker und Klugschwätzer Dr. Senfmann mit Zwei-Semester-Erfahrung Medizin. Lauter skurrile Typen. Aber der Ich-Erzähler Bowski will nicht so werden wie die und hat da ein paar Ideen. Die Schreibe von Ulle Bowski ist mal hintergründig-witzig, mal deftig-derb.
Passend zum Buch gibt es jetzt übrigens auch den Song. Die Recklinghäuser Pavel & Wazlav schrieben den Rap zum Roman, der auf Youtube als Soundtrack zum abgedrehten Video dient.
Fernsehbekannt wurde Ulli Bowski übrigens im letzten Jahr, als er an der Vox-Sendung „Das perfekte Dinner“ teilnahm und kläglich an der Herstellung von Aioli gescheitert war. Ob er sie heute drauf hat? Bowski lacht: „Neeee!“ Kontakt zu seinen kochenden Mitstreitern hat er übrigens noch bis heute.
Wer Bowski als Autor erleben möchte: Die allererste Lesung aus dem „EineuRoman(n)“ ist für den 24. September in der Recklinghäuser Altstadtschmiede geplant. Das Buch ist im Reichardt-Verlag erschienen, kostet 10,80 Euro.
[...diesen und weitere Berichte finden Sie unter www.waz.de]
Leseprobe I Buchbestellung 0810 LYRIKwelt © E.H./Westdeutsche Allgemeine Zeitung