Abendveranstaltung
in der Stadtbibliothek Köln zum Holocaust-Gedenktag mit dem Thema:
"Ich habe eine gute Nachricht
für Sie." Rose Ausländer und
Hans Bender. Briefe und Dokumente.
Eröffnung der Ausstellung zum gleichnamigen Buch im Rimbaud
Verlag. Es lesen Anja Lais und Helmut Braun. ( 27. Januar 2010, 20.00 Uhr)
Von
Erich Adler,
Bad Essen, Januar 2010:
Die
Schauspielerin Anja Lais las den Part der Rose Ausländer (1901 – 1988) und
Helmut Braun, der Herausgeber der Werke Rose Ausländers, die Briefanteile Hans
Benders (* 1919) in seiner Funktion als Herausgeber der Zeitschrift
„Akzente“.
Beiden Vorlesern gelang es, dem Zuhörerkreis die Anfänge der Annäherung, die
problematischen, z. T. aber auch erheiternden Passagen bzw. Wechselwirkungen der
Korrespondenz so zu vermitteln, dass selbst Zwischentöne der literarischen
Auseinandersetzung sichtbar wurden. Nach der Lesung konnten die Besucher noch
Dokumente in Augenschein nehmen, u.a. Gedichte der jungen R. Ausländer-Scherzer
und des jüdischen Schriftstellers Immanuel
Weißglas (1920 – 1979), die als „Steinbruch der Wörter“ (besänftigender
Wortlaut der Autorin im Metaphernstreit) der berühmten „Todesfuge“
Paul Celans gedient haben. Aufschlussreich
für den Betrachter, dass trotz deutlicher Parallelen bei der Verwendung von
Bild- und Metaphernmaterial die künstlerische Kraft des Celan-Textes trotz
solcher „Abhängigkeiten“ wohl kaum zur Diskussion steht.
Dass Bender auch als Literaturkritiker und Förderer R. Ausländers Bedeutung hat, wurde durch seine Rezension aus der Süddeutschen Zeitung vom 1. Nov. 1976 dokumentiert: “Immer zurück zum Pruth”. (Das Wort benennt den Fluss der ehemaligen Hauptstadt der Bukowina: Chernowitz, der rumänischen Heimatstadt Celans.)
[...diesen und weitere Berichte finden Sie unter www.lyrikschadchen.de]
Leseprobe I Buchbestellung 0210 LYRIKwelt - das LiteraturPortal im Internet! © Erich Adler