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| Foto: Ekko von Schwichow www.schwichow.de |
„Was wollen wir über uns preisgeben?“
Autor Jörg Albrecht über
sein neues Stück „Lass mich Dein Leben leben“ und die Videoüberwachung in den
Städten
Das Gespräch führte
Michael Schleier im Münchner
Merkur, 21.3.2009:
Am Freitagabend hatte die Auftragsproduktion der Münchner Kammerspiele „Lass mich Dein Leben leben“ im Werkraum des Theaters seine Uraufführung. Autor Jörg Albrecht, Jahrgang 1981, beschäftigt sich in seinem Stück mit der zunehmenden Videoüberwachung des öffentlichen Raums.
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Es geht darum, Realität zu bearbeiten. Und das sind nun mal die bekanntesten
Fälle in der Stadt, bei denen Videoüberwachung eine Rolle spielte. Wobei mir
aufgefallen ist, dass außerhalb Münchens der Fall des U-
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Das ist natürlich eine Überspitzung. Aber wenn ich in München bin, fällt mir
schon auf, dass die Leute Wert darauf legen, sich in der Stadt zu präsentieren,
dass sie andere Leute beobachten und sie prüfend anschauen – in Berlin ist das
anders. Das mag jetzt wie ein Vorurteil klingen, ist aber meine subjektive
Wahrnehmung. Fakt ist, dass in den Städten immer mehr Kameras hängen – und wir
nicht wissen, wer am anderen Ende am Bildschirm sitzt und zuschaut.
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Wir sollten uns bewusst werden, dass diese Entwicklung im Gang ist – und wie
komplex und verflochten sie ist. Ich halte nichts von Verschwörungstheorien, die
dunkle Drahtzieher im Hintergrund vermuten. Zu diesem Prozess gehört aber nicht
nur die Videoüberwachung. Dazu gehören etwa auch die Werbung in den Städten, die
immer mehr Platz einnimmt, und die Casting-
-Doch ist es nicht so, dass wir etwas
Privatheit aufgeben müssen, um sicher leben zu können?
Was aktuell passiert, übersteigt das Maß. Ich muss heute doch alle Kanten, die
es an mir gibt, glätten, um nicht verdächtig zu sein. Wenn ich erst beweisen
muss, dass ich unschuldig bin, lebe ich nicht mehr in einem Rechtsstaat.
Hemmschwellen werden niedergerissen, weil wir infiltriert von den Terrorbildern
sind. Natürlich will auch ich nach den Anschlägen vom 11. September geschützt
leben, und die bereits erwähnten Fälle in der Münchner U-
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Mir gefällt, dass die Inszenierung die
verschiedenen Facetten und Intensitäten des Themas aufnimmt: komisch,
actionreich, nachdenklich, verspielt.
[...diesen und weitere Berichte finden Sie unter www.merkur-online.de]
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