Immer bleibt das Andere
Es ist gut, von Leben zu Leben zu wandern.
Die Luft wird stickig, das Gedrange unertraglich.
Die Alten meinen, mit ihnen hore alles auf,
die Jungen, alles beginne mit ihnen.
Du offnest die Tur und gehst, hast keinem was getan.
Hast eine Spur hinterlassen, keine, einen Fingerabdruck,
keinen, vielleicht den Duft der vergangenen Jahre
(denn die Liebe verliert ihren Duft nicht), keinen,
auch gut. Man wird dich zitieren, von dir sprechen
mit Achtung und Angst, dich vorfuhren als Inbegriff
von Dummheit und schlechtem Geschmack, auch
gut. Jede Einbahnstrase ist irgendwo zu Ende.
Die Dinge sind schlecht, wenn sie dich nicht zu sich bringen,
wie diese Spatnachmittagsonne, wie die verlorene Warme,
wie der aus der Luft gerissene Wind, der das Laub von beiden
Seiten verfarbt. Der Worter wirst du uberdrussig und bringst
sie zu Ende. Die Stille, die sie trennt, ist auch irgendwo zu Ende.
Es bleiben zwei Achsen, die sich auf dem Glas kussen, und
die unbestimmte Vorstellung von den Boxes Joseph Cornells.
Lebenszeit, auf der Strase aufgelesen und der Phantasie
uberlassen
zum Gebrauch. Es bleibt das Andere. Ein Paradies, das nicht
ausschlieslich still ist. Eine Holle, die nicht nur statisch ist und
gefahrlich. Es bleibt das Andere. Schriftsteller sein ist auserst
langweilig; man verwendet seine Hande immer nur zum Tippen.
Rezension I Buchbestellung I home III08 LYRIKwelt © Hanser Verlag