Und immer bleibt das Andere von Uros Zupan, 2006, HanserUroš Zupan

Immer bleibt das Andere
(Leseprobe aus: Und immer bleibt das Andere, Gedichte, 2006, Edition Lyrik-Kabinett bei Hanser - Übertragung Fabjan Hafner).

Es ist gut, von Leben zu Leben zu wandern.

Die Luft wird stickig, das Gedrange unertraglich.

Die Alten meinen, mit ihnen hore alles auf,

die Jungen, alles beginne mit ihnen.

Du offnest die Tur und gehst, hast keinem was getan.

Hast eine Spur hinterlassen, keine, einen Fingerabdruck,

keinen, vielleicht den Duft der vergangenen Jahre

(denn die Liebe verliert ihren Duft nicht), keinen,

auch gut. Man wird dich zitieren, von dir sprechen

mit Achtung und Angst, dich vorfuhren als Inbegriff

von Dummheit und schlechtem Geschmack, auch

gut. Jede Einbahnstrase ist irgendwo zu Ende.

Die Dinge sind schlecht, wenn sie dich nicht zu sich bringen,

wie diese Spatnachmittagsonne, wie die verlorene Warme,

wie der aus der Luft gerissene Wind, der das Laub von beiden

Seiten verfarbt. Der Worter wirst du uberdrussig und bringst

sie zu Ende. Die Stille, die sie trennt, ist auch irgendwo zu Ende.

Es bleiben zwei Achsen, die sich auf dem Glas kussen, und

die unbestimmte Vorstellung von den Boxes Joseph Cornells.

Lebenszeit, auf der Strase aufgelesen und der Phantasie

uberlassen

zum Gebrauch. Es bleibt das Andere. Ein Paradies, das nicht

ausschlieslich still ist. Eine Holle, die nicht nur statisch ist und

gefahrlich. Es bleibt das Andere. Schriftsteller sein ist auserst

langweilig; man verwendet seine Hande immer nur zum Tippen.

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