Carl Zuckmayer

Rinderlegende

Die Rinder sind vom Schöpfer ausersehen
Zu Trägern der Versöhnung durch die Welt.
Sie geben Milch und lassen gern geschehen,
Daß man sie nimmt und ganz für sich behält.
Ihr Blick ist tief und braun wie große Teiche
Im Sumpf, durch den sie stapfen voller Müh'.
Nicht viele Tiere sind dem Himmelreiche
So nah wie Ochsen, Kälber oder Küh'.
Und als das Kind geboren ward im Stalle,
War Ochs und Kuh dabei, damit es warm
Für Kind und Mutter sei, und wiegten alle
Die Häupter, wie sie's wiegte auf dem Arm.

Rezension I Buchbestellung IV02 LYRIKwelt © Wallstein-Verlag