Georg Zemke

Büro um acht

Es fällt sehr schwer auf unser Nahen
und stiehlt uns den Geschmack der Nacht,
die tausend Wunder, die wir sahen. –– ––
Das Telefon ist aufgebracht.
Ein Lehrling muß an seinen Endspurt denken,
und der Kassierer spielt mit einem Scheck.
Die Schreibmaschine ruht in den Gelenken,
von meiner Hose glotzt ein Tintenfleck.
Das kleine Fräulein hat nicht ausgeschlafen.
..................................................................
Ein Lungenkranker geht auf den Abort.
..................................................................
Der Kontorist sieht einen fernen Hafen,
er schreibt New York und sehnt sich plötzlich fort.
Der helle Tag schminkt alle Fensterscheiben.
Ein Dach äugt schon nach einem Aeroplan. ––
Wir aber werden unser Blut verschreiben –– ––
„Mit Gott“ siehts uns aus jedem Hauptbuch an.

(1927)

Rezension I Buchbestellung I home II09 © LYRIKwelt