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Der Wanderer
(Leseprobe aus: Der Wanderer, Roman, 2008,
Literaturca -
Übertragung Beatrix Caner).
Damals, als er herkam, sprach der Scheich von dem Punkt. Jetzt fiel es ihm schwer, sich zu erinnern, wo er stehen geblieben war. Der Wanderer schlug ihm vor: »Herr, beginnen Sie mit der Fatiha.« Der alte Mann lächelte: »Beginnen wir also am Anbeginn…« Dann rief er die Worte des Propheten in Erinnerung: »Das ganze Heilige Buch ist in der Fatiha, die Fatiha in der Bismillah, die Bismillah in dem Buchstaben B, den Buchstaben B wiederum birgt ein trennender Punkt. Ich also bin jener trennende Punkt.« Der Scheich sprach weiter: »Diese Worte wurden von Sprache zur Sprache überliefert und sind bis heute erhalten geblieben. Während ihrer Überlieferung hallten sie in den Ohren aller Edlen wider. Um das in ihnen enthaltene Geheimnis zu entschlüsseln, haben sich unzählige Menschen sehr viel Mühe gegeben, haben ihretwegen schlaflose Nächte verbracht. Sogar mich hat eine Wagnis angetrieben, auch ich beugte mich zu meinem Herzen hinunter, und ersehnte, den wunderbaren Duft jenes Geheimnisses zu vernehmen. Ich wusste, dass ich gewiss bis zu den Quellen würde zurückkehren müssen, um zu verstehen, und ich trat meinen geistigen Weg an. Meine Reise nahm auf einem Berg mit steilen Hängen ein Ende. Zwischen all den Gipfeln des Bergkammes suchte ich es heraus und brachte es auf die Stufe großen Wissens. Verzückt empfingen alle dieses Geheimnis, und alle sagten: „Dies kann nur ein ehrenhafter Engel tun.“ Tatsächlich aber war es einem bedauerlichen Sterblichen wie mir nicht gegönnt, das Geheimnis des Punktes zu enträtseln. „Dies ist“, sagte ich zu ihnen, „als würde jemand irgendeinen Stein mit einem Katapult werfen. Zu erkennen, wer den Bogen spannt, wer den Stein hinstellt und wer ihn wirft, ist nur in einer Offenbarung möglich.“ In der Sprache der Hingabe drückte ich dies so aus: „Als du ihn geworfen hast, hast nicht du ihn geworfen, doch Gott hat ihn geworfen.“ Das war das Geheimnis des Geheimnisses und dies konnten nur Menschen verstehen, deren Hingabe der meinen ähnlich war…«
Rezension I Buchbestellung I home IV08 LYRIKwelt © Literaturca Verlag