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St. Pauli ohne Heuer und Hafen
Ohne den Hamburger Hafen gäbe es kein St. Pauli. Die Menschen,
die mit den Schiffen kamen und gingen, mußten sich an
Land mit Proviant versorgen, sie brauchten Verpflegung, Nahrung
für den Geist und was sonst noch nötig ist, um den Menschen
gesund und bei guter Laune zu erhalten. In alten Zeiten
schon baute man die Proviantämter am Hafen auf, aus denen St.
Pauli entstand. Seitdem gibt es kaum einen Schiffer auf großer
oder kleiner Fahrt, gleichgültig unter welcher Flagge er segelt,
der noch nie seine Heuer auf St. Pauli gelassen hätte.
Der Binnenländer schuf sich eine eigene St.-Pauli-Romantik.
Er stellte sich einen großen Rummelplatz vor: an jeder Straßenecke
eine Kaschemme, in dunklen Hausfluren Männer mit
Schirmmützen, in der hohlen Hand Brillanten und in der Tasche
Kokain in Pfundstüten zur gefälligen Bedienung. Er
glaubte, so müßten ihm auf Schritt und Tritt torkelnde Matrosen
begegnen, die dem Fremdling ihren Priem vor die Füße
spucken und abwechselnd »Ahoi« und »Hummel Hummel«
rufen. Er gedachte in Kellerkneipen weißbärtige Kapitäne anzutreffen,
die jedem, der es wünscht, von ihren gefährlichen Reisen
um Kap Hoorn und ihren Erlebnissen mit dem Klabautermann
erzählen.
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