Die Inschrift der Erde von Jochen Winter, 1998, AgoraJochen Winter

Entsprechung
(Lesprobe aus: Die Inschrift der Erde, 1998, Agora Verlag)

Ahme, vor dieser Welle, die sich auftürmt
Zum Berg, mit nackten, endlichen Armen nach
Das meerweit gespannte, waagerechte Maß -

Dann hält sie jäh inne, einen Lidschlag lang,
Da Fließen und Erstarren, ununterscheidbar,
Vereinigt sind im Kamm aus eisigem Glanz:

Von dort erfährst du, harrend, treibend, die Weise,
Wie jedes zweifach teilhat am nie Geteilten,
Um fortzudauern, wo Formen Schweigen gleichen -

Wurzel geworden, zugetan dem Oben,
Durchdringst du, dir selbst voraus, den Körper All,
Umfängst, die dich binden, bergen: Wasser, Erde -

Noch wenn das Ufer rauschüberschwemmt, noch wenn
Die Flut ihren Schleier sprüht, gesteigert stürzt.

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