Hanna und ich von Andrea Winkler, 2008, Droschl

Andrea Winkler

Hanna und ich
(Leseprobe aus: Hanna und ich, Roman, 2008, Literaturverlag Droschl)

Wer bin ich, wenn ich Hanna zusehe, wer, wenn ich wünsche, dass sie den Kopf hebt, aufsteht und fortgeht, für eine Weile? Wer, wenn ich neben ihr liege, die Arme verschränkt über der Brust, den Blick in die Decke gebohrt, als ob der Lauf der Dinge sich an der Decke entschiede? Der Lauf der Dinge! Da können wir nur noch lachen. Ich weiß nicht, ob es stimmt, dass alles anders wäre, wenn ich nicht ausgerechnet mit Hanna die Räume teilte, mit ihrem Schweigen und Starren, den eingerollten Fingern, den Bildern, die aus dem Teppich kommen. Weiße Flecken Ruhe, soll das ein Witz sein. Wahrscheinlich führt uns jetzt sogar das Schweigen der Dinge an der Nase herum: als ob wir dir je mehr gesagt hätten als jetzt. Als ob das nicht die letzte Ausflucht wäre, schon hundertmal benutzt. Wenn sie und Hanna nicht hier wären, kümmerte ich mich vielleicht um den Schnee, der gerade die roten Dachschindeln bedeckt, die Schornsteine und Gehsteige. Ich liefe die Treppe hinunter und bäte die Männer, mir eine Schaufel zu geben, und die Kälte verwandelte mein Gesicht. Was spricht sich aus in deinen Bildern, welches Vertrauen? Willst du es so haben? So treten wir am Fleck. Am weißen?

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