Labyrinth&Vermächtnis von Stefan Ludmilla Wieszner, 2004, Lyrikedition 2000

Stefan Ludmilla Wieszner

Gare Du Nord
(aus: Labyrinth&Vermächntnis, Gedichte, Seite 44, 2004, Lyrikedition-2000)

Die Sichel des Schattens duldet das Rot deiner Lippen

ich warte nachtfahrend und der Zug rollt aus meinem Traum in

die Sekunde jetzt

9 Uhr in Paris

Wir übersehen Millionen anderer auf dem Weg

und glauben den Jahren der Trennung jedes Wort

Wenn es schneite würde ich verbluten

zu bezeugen den Strom von Verlangen nach dir,

denn das Weiß wirkt wie Schweigen

In den Nächten wollte ich intern überwintern in einer Straße,

die du bewachst.

Stunden um Stunden gingen wir deine Adresse suchen

in einer Nacht lagen wir neben uns

beobachteten den Schein des Mondes als Besuch der Häute

ein heller Glanz füreinander.

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