Dieter Wick

Tierkonferenz

Am Waldrand, nah’ dem blauen See,
traf sich dereinst ein scheues Reh
mit einem wohl genährten Fisch.
Zwei Hasen brachten einen Tisch,
zudem, trotz feuchter Abendkühle,
zum Sitzen auch noch ein paar Stühle.

Von drüben, von der grünen Wiese,
gesellte sich das Lamm Luise
und auch ein Ochse noch dazu,
vorbei war’s mit der Waldesruh.

Die Gans, mit großer Kompetenz,
eröffnete die Konferenz.
Es ging um Steuern, Subventionen,
würd’ sich im Wald das Leben lohnen?
Ob herrsche auch Gerechtigkeit,
ob die Regierung sei gescheit?

Der Ochse sprach, er sei kastriert,
von daher kaum privilegiert,
er wolle deshalb protestieren
und auch ansonsten opponieren.

Das Reh, es war sehr unzufrieden,
der Fisch wollt’ den Beschluss verschieben.
Das Lamm verließ die Konferenz,
fuhr mal in Urlaub - jetzt im Lenz.
Die Hasen wollten schnell ein Votum,
doch ohne Ochs, der ohne Skrotum.

So gab es schließlich kein Ergebnis,
die Zeitung schrieb von dem Erlebnis.
Am Schluss des Treffens trat zurück
die Gans, weil sie im Missgeschick.
So war es bei den Tieren eben,
das soll’s ja auch bei Menschen geben.

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