Keiner rennt für immer von Richard Stark, 2009, Zsolnay

Richard Stark

Keiner rennt für immer
(Leseprobe aus: Keiner rennt für immer, Roman, 2009, Zsolnay - Übertragung Nikolaus Stingl).

Als er sah, dass der Mann, der Harbin hieß, verdrahtet war,

sagte Parker: »Gib mir schon mal Karten« und stand auf. Sie

waren alle in Anzug und Krawatte zu dieser nächtlichen Verabredung

gekommen, Geschäftsreisende, die zur Entspannung

ein bisschen Seven Card Stud spielten. Harbin, ein nervöser

Typ, der das gestärkte weiße Hemd nicht gewöhnt war,

zuckte und zappelte immerzu herum oder beugte sich vor,

um einen Blick auf seine Karten zu werfen, und schließlich

sah Parker, der um neunzig Grad versetzt links von ihm

saß, in der Lücke zwischen den Knöpfen den Lichtreflex auf

dem durchsichtigen Klebeband, mit dem das Kabel befestigt

war.

Während er um den Tisch herumging, löste Parker seine

Krawatte – dunkelblau mit dünnen goldenen Streifen –,

nahm sie doppelt und warf sie Harbin über den Kopf. Er zog

die beiden Enden durch die Schlaufe und ruckte mit der

Rechten kräftig nach hinten, während sein Körper sowohl

Harbin als auch den Stuhl, auf dem er saß, gegen den Tisch

drückte und er mit der Linken nach vorn langte, um Harbin

das Hemd aufzureißen. Die anderen fünf am Tisch, die gerade

sprechen, sich bewegen oder auf das reagieren wollten,

was Parker da tat, hielten inne, als sie das an Harbins blasse

Brust geklebte Kabel, den Rand des an seine Taille geklebten

schwarzen Metallkästchens sahen.

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