Unkeusche
Küchengerate
(aus: Der Fersenfresser,
Gedichte, 1997, edition handmade books)
Wenn
ich morgens in die Küche geh
und
mir die Geräte dort beseh
erröte
ich von Kopf bis Zeh
weil
ich erotisch auf sie steh
Meine kleine Spülmaschine
nenn ich zärtlich „Evelyne“
und die flinke Flotte Lotte
passiert ganz zart mir die Karotte
Ohne den leisesten Genierer
ächzt quietschvergnügt der Fleischfaschierer
und die schmierige Fritteuse
zeigt mir schamlos ihre Blöße
Mit der spitzen Gabel
kitzle ich den Nabel
und Unerhörtes treibe
ich mit der Käsereibe
Ich hechle an den Kacheln
und wachle mit den Hacheln
denn der starke Obstentsafter
vibriert mit voller Kraft am After
Die geile Kaffeemühle
weckt lüsterne Gefühle
und mit dem fixen Mixer
werd' ich gerührt zum Wixer
doch das innigste Pläsier hab
ich stets mit dem Pürierstab!
Rezension I Buchbestellung II03 LYRIKwelt © RW