Oden an die Zukunftsseelen
Die schwärmerische Lyrik Kaiserin
Elisabeths
Live-Hörspiel von A.J. Weigoni
unter der Verwendung von Gedichten der Kaiserin
Regie: Klaus Wirbitzky
Produktion: WDR 1998
Sendung und Life-Aufführung: 6. September, Schloß Morsbroich, bei Leverkusen
Die Figuren:
Elisabeth, Kaiserin von Österreich, genannt Sisi - Elisabeth Trissenaar
1. Stimme - Bodo Primus
2. Stimme - Matthias Haase
3. Stimme - Bernt Hahn
4. Stimme - Alexandra von Schwerin
Griechische Stimme - Roberto Esptimiadis
Ungarische Stimme - Sandor von Szalay
Chor - Esther Hilsberg / Sabine Fues / Antje Glitz
Exposé: Wie sie wirklich war und was an ihr so
anziehend und bezaubernd wirkte, das kann kein Meissel und kein Pinsel
wiedergeben, das war nur ihr zu eigen. Sie wird in der Legende fortleben, nicht
in der Geschichte.
Unzählige Biographen haben versucht dem Mythos Sisi auf die Spur zu kommen,
dabei ist die Lösung einfacher, als die Lösung einer Gleichung ersten Grades:
In ihren Gedichten spricht sie sich ganz unverblümt aus.
Elisabeths Gedichte aus den achtziger Jahren sind eine einzige grosse Hymne an
den schwärmerisch verehrten "Meister" Heinrich Heine. Diese Verehrung
ging über die übliche Liebe eines Literaturfreundes weit hinaus. Sie kannte
lange Passagen von Heine auswendig und beschäftigte sich auch intensiv mit dem
Leben des Dichters.
Mit dem 1856 in Paris gestorbenen Heinrich
Heine, glaubte sie sich eng verbunden, fühlte sich als seine Jüngerin und
glaubte, der Meister diktiere ihr die Verse in die Feder. Ihre Dichtungen aus
den achtziger Jahren bestimmte sie (anders als ihre Jugendgedichte) zur
Veröffentlichung. Als Drucktermin stellte sie sich das Jahr 1950 vor, also eine
Zeit, wo niemand ihrer Zeitgenossen nicht mehr lebendig waren, wenigstens in der
Nachwelt wollte Elisabeth erreichen, was die Zeitgenossen ihr verweigerten:
Rechtfertigung, Verständnis, Nachruhm.
Elisabeth, Kaiserin von Österreich, Königin von Ungarn und Böhmen, genannt
Sisi, trat am 6. September 1998 in Schloss Morsbroich flüchtig das Leben, was
sie eigentlich hätte leben wollen. 100 Jahre vorher war sie auf dem Weg von
Genf nach Montreux, um auf der Bühne des Heinrich-Heine-Klubs ihre Gedichte
vorzutragen. Auf dem Weg zur Fähre wird sie von dem Anarchisten Luigi Lucheni
vom Leben zum Tode befördert.
Sisi, das ist keine Frau, das ist ein Mythos. Dieser Mythos bedeutet an der
Oberfläche: Schönheit und Einsamkeit. In einem Hör-Spiel wird sie durch die
Worte und Klänge wieder lebendig.
Rezension I Buchbestellung I home III04 LYRIKwelt © A. J. Weigoni