Keith Waldrop
- Drei Lagegedichte
(Leseprobe aus: Zeremonie Woanders/A
Ceremony somewhere else, Gedichte, 2sprachig,
Galrev - Übertragung
Rosmarie Waldrop,
Elke Erb und
Joachim Sartorius).
1. Die Wand Hochsegelnd
- Wieder treiben die Bäume Blätter hervor,
- die uns die Aussicht verdunkeln. Jedes
- glänzt mit besonderem Grün
- und hinterläßt den Gesamteindruck Laub,
- schlicht, aber unerschöpflich - wie
- die tausend Namen einer Gottheit, die strahlende
- Attribute in Schattenwerten spiegeln.
- Unsere Möglichkeiten, so behindert,
- wuchern. Ein hingehaltener Hinterhalt.
- Eine Geste zu komplex realisiert zu werden.
- Näherrückend jetzt, der Mittag
- verzweigt sich herab in unser Obdach.
- Nur vergraben ist ein Schatz ein Schatz.
- Weit jenseits dieses Aderngeflechts
- dauert der Kosmos in seiner
von-Augenblick-zu-Augenblick-Vollkommenheit.
- Ich lausche gern dem Klang der Dinge,
- ein Gefühl wie ein früheres Flußbett.
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