Jan Wagner

Van Hoddis in Tübingen
[veröffentlicht in Intendenzen, Nummer VII, Januar 2001]

van hoddis in tübingen

das kinderlachen prasselt auf ihn ein
der höflich lächelt, der vor jedem hund
den hut zieht, immer schlendernd, weil die ankunft
längst in ihm ist, in seinem schwarzen anzug
die zeit gelöscht ist, tragen ihm die gassen
neue schätze zu, zerschelltes glas
erfüllt ihn ganz, der abend findet ihn
in seiner schmalen kammer: bohrendes weiß
der wand, mit zeitungsfetzen zum schweigen gebracht.
das astloch in der diele bei der tür
auf das er starrt. in dem die luft versickert.

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