Jan Wagner

dubi

kurz hinter der tschechischen grenze fiel der schnee
noch dichter als zuvor. am ortseingang
ein schild, mager in den aufgeworfenen
massen von weiß wie ein erstarrter funkruf.
Verdunkelte häuser. still und kalt drumherum
die ausgeräumte bibliothek des waldes.
In der hauptstraße aber schrieen die schaufenster:
Unter kränkelndem grünen neo tanzten
Frauen auf linoleum wie auf eis
und spielten dem westen die brüste zu: uns,
den fremden mit der valuta unter den herzen
die weiterfahren würden, spüren würden
wie sich das gebirge unter den reifen
langsam in sich selbst zusammenzog.

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