Der Rest der Welt von Gernot Wagner, Ueberreuter

Gernot Wagner

aus: Der Rest der Welt
(Aus der Einleitung zum Buch)

»Keiner ist so toll wie wir« von Markus Huber und Robert Treichler hat eindrucksvoll dokumentiert, dass unsere Mit-Europäer allesamt ziemlich indiskutable Fälle sind. Das sollte aber auch keine allzu große Überraschung sein, sind sie doch grundsätzlich alle etwas zu klein, zu alt, zu dumm oder ganz einfach zu unwichtig. Egal, was man über die Verdienste der Malteser, Mazedonier und Moldauer alles erzählt, das Ergebnis ist immer das Gleiche: Keiner ist so toll wie wir.

Aber wie schaut es mit dem Rest der Welt aus? Gibt es Länder, die uns das Wasser reichen können? Natürlich nicht: Auch die arroganten Amerikaner, die betrunkenen Brasilianer und selbst die unzähligen Chinesen können der Tatsache keinen Abbruch tun, dass wir Österreicher allen etwas voraus haben: Wir haben Kultur, wir haben Stil, wir haben Manieren. Wir sind ganz einfach dort, wo der Rest der Welt gerne sein möchte.

Was auch immer Ihnen diverse Reiseführer über die Einzigartigkeit anderer Kulturen weismachen wollen, es ist ausnahmslos erlogen. Ihr Nachbar am Stammtisch hat da schon eher recht. Ob es sich um die mumifizierten Ägypter, die Tequila-versessenen Mexikaner oder um die sich verbeugenden Japaner handelt, »Der Rest der Welt« soll Sie davor bewahren, viel zu viel Zeit im Flieger zu verbringen, um dann erst wieder enttäuscht heimzukehren. Und wenn Sie schon unbedingt wo hinfliegen müssen, dann bitte machen Sie es wie ich und bleiben Sie auf alle Fälle in voll klimatisierten, deutschsprachigen Ressorts. Alles andere wäre reine Zeitverschwendung.

Wie es sich nun mal für eine gute wissenschaftliche Studie gehört, basiert das Buch auf penibelsten Quellenforschungen. Jedes Vorurteil wurde mit dem jeweiligen Botschafter auf seine Wahrheit hin überprüft. Trotzdem kann es unter Umständen vorkommen, dass manche Vorurteile ausgelassen oder aber auch aus stilistischen Gründen etwas angepasst wurden. Wo dies zutrifft, bitte ich um Verzeihung, aber im Endeffekt ist es ja wirklich egal, ob es nun die Australier oder die Neuseeländer sind, die sich am Arsch der Welt befinden. Furchtbar weit weg sind sie alle.

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