Ego
(Leseprobe aus: Ego, Roman,
2001, DuMont)
Noch fünf Millimeter. Ich darf gar
nicht daran denken, daß es am Anfang sieben waren - oder mehr, zu einer Zeit,
als ich noch nicht gemessen habe! Eigentlich könnte ich ganz zufrieden sein.
Aber ich bin's nicht. Ich will meinen Nabel auf Null bringen. Ich hasse es, in
ein Loch zu starren, wenn ich mir meine Bauchpartie ansehe. Eine verdammte
Grube. Oder ein Grübchen, mittlerweile. Es lenkt von meinen Bauchmuskeln ab.
Ich muß unbedingt an meiner Nabeltiefe arbeiten.
Ich mache spontan fünfzehn Crunches in Superzeitlupe und schließe drei Sätze
à zwanzig Liegestütze an. Klassisch und mit versetzten Armen. Man soll den
Fitness-Impuls nie unterdrücken. Währenddessen schaue ich mir meine Oberarme
an und meine Laune steigt. Ich bin kein Bizeps-Fanatiker. So ein Bizeps ist im
Grunde nur eine Beule. Aber mein Trizeps ist wirklich sehenswert. Ein echter
Reliefmuskel. Nichts modelliert einen Oberarm so eindrucksvoll wie ein gut
trainierter Trizeps.
Ich stelle mich wieder vor den Spiegel und finde auf Anhieb meinen Nabel nicht.
Meine Laune bessert sich zusehends. Der erste Blick zählt. Ich bin ein großer
Anhänger des ersten Blicks. Nichts ist mysteriöser als die Frage, wie man im
ersten Augenblick auf einen anderen Menschen wirkt. Dazu muß man alles
vergessen, was man von sich weiß. Man darf sich noch nie gesehen haben.
Ich starre eine Weile auf das Regal mit den Pflegeserien und versuche mich zu
erinnern, wann, wo und warum ich was gekauft habe. Dann schwenke ich wie zufällig
auf den Spiegel. Wieder nichts. Erst bei näherem Hinsehen entdecke ich meinen
Nabel etwas unterhalb der mittleren Bauchmuskeln in meinem durchtrainierten
Sixpack. Näheres Hinsehen zählt auch, aber nicht so wie der erste Blick, der
Blickfang. Wenn man die Leute dazu bringt, näher hinzusehen, ist das Ziel schon
so gut wie erreicht.
Im großen und ganzen kann ich mit dem Trainingsstand leben. Bis jetzt! Mein
Nabel macht wirklich Fortschritte. Er ist nicht mehr das Loch, das er mal war.
Wenn ich das Sixpack etwas anhebe, sieht man, daß er leicht schräg verläuft.
An der Unterseite ist er ein wenig flacher. Weiter oben sinkt er um etwa zwei
Millimeter ab - die Stelle, an der ich immer messe. Neu ist das Häutchen, das
sich um den oberen Rand spannt. Dreieinhalb Monate habe ich gebraucht, um das
herauszuarbeiten. Ein entscheidendes Detail, weil es den ganzen Nabel straff
erscheinen läßt. Ich weiß nicht, ob es einen Namen dafür gibt. Sollte es
aber!
Wie wäre es mit "Nabellid"?
Ein solches Nabellid ist eine echte Errungenschaft. Es unterscheidet einen
durchtrainierten Nabel von den formlosen Kratern im Fleisch. Es zieht eine klare
Grenze zwischen den schwammig weichen Bauchhöhlen und dem Nabel mit Kontur. Und
es verleiht der ganzen Bauchpartie einen besonderen Charakter, wenn sich das
Nabellid über dem Grübchen ein klein wenig wölbt. Nur eine Idee. Irgendwie
wirkt das sehr raffiniert.
Ich bin von meinem Anblick hell begeistert und mache noch einmal fünfzehn
Crunches in Supersuperzeitlupe, damit das so bleibt. Man muß absolut Athlet
sein! Währenddessen schaue ich auf die Uhr, um sicherzugehen, daß ich vor
lauter Euphorie nicht schneller werde. Crunches sind nur etwas wert, wenn man
die Schwungkraft nicht ausnutzt und sämtliche Körperspannung aus den
Bauchmuskeln holt.
Natürlich registriere ich, daß es höchste Zeit ist, mich anzuziehen. Frühstück
habe ich in Gedanken schon gestrichen. Ich würde es dem heutigen Tag nicht
verzeihen, wenn ich mich jetzt unterbrechen müßte. Für die letzten
Wiederholungen nehme ich mir besonders viel Zeit. Mit bloßem Auge läßt sich
kaum eine Bewegung erkennen. Die Crunches bestehen nur noch aus Stillhalten und
Muskelzittern. In der Rinne zwischen meinen geraden Bauchmuskeln sammelt sich
Schweiß.
Ich sollte jetzt längst bei den Schuhen sein. Trotzdem hänge ich noch zwei Sätze
à zehn Klimmzüge dran - einmal mit weitem, einmal mit geschlossenem Griff.
Normalerweise bin ich um diese Uhrzeit aus der Tür, aber es gelingt mir, bei
den Aufwärts- und Abwärtsbewegungen jegliches Pendeln zu vermeiden. Und dieses
Gefühl von perfekter Körperbeherrschung spornt mich dermaßen an, daß ich
noch eine Serie Sitzklimmzüge mit angewinkelten Oberschenkeln durchziehe. Meine
Bauchmuskeln vibrieren vor Anspannung. Mir ist natürlich klar, daß ich jetzt
noch einmal duschen muß.
Ich greife zum Telefon, um meine Sekretärin anzurufen, weil es wohl wieder eine
halbe Stunde später wird. Vorher hole ich mehrmals tief Luft. Es würde nicht
zu mir passen, wenn ich außer Atem wäre. Sie nimmt erst nach dem vierten
Klingeln ab, was mir Gelegenheit für ein paar Lockerungsübungen gibt. Während
ich mit ihr spreche, gehe ich in meinem Schlafzimmer umher und federe in ein
leichtes Stretching bei jedem Schritt. Irgendwie mag ich ihre Stimme, wenn sie
streng sein will.
Meine Oberschenkel fühlen sich gut an. Mit den Waden sollte ich es nicht übertreiben.
Ich gehe weiter ins Wohnzimmer und spiegele mich in der Fensterfront. Mein
ganzer Körper glänzt vor Schweiß. Ich absolviere ein paar Dehnübungen im Hüftbereich,
während sie meinen Terminkalender herunterbetet. Ich stöhne, stimme zu. Dann
posiere ich mit einem Gefühl von Unschlagbarkeit und bitte sie, mir für neun
Uhr einen Energie-Snack ins Büro kommen zu lassen, dazu einen frisch gepreßten
Orangensaft und zwei Flaschen stilles Wasser. Absolut ohne Kohlensäure! Außerdem
möchte ich, daß sie mir - wie auch immer - eine Extrastunde fürs
Fitness-Studio freischaufelt.
Bevor sie protestieren kann, bin ich schon in der Küche und reiße mit den Zähnen
die Lasche meines Kraftshakes auf. Ich frage mich, ob ich an ihrer Stelle sehr
in mich verliebt wäre und trinke einen Schluck. Dann sage ich ihr etwas Nettes
zum Abschied. Ich habe die beste Sekretärin der Welt.
Unter der Dusche plötzlich ein Anflug von Bedauern. Der Temperaturwechsler überzieht
meine Haut mit heißkalten Nadelstichen, das Gefühl von Straffheit und
kompakter Kraft. Ich könnte vor Fitness zerspringen. Der Nacken massiv, meine
Brustmuskeln wie von Wasser glasiert, die Brustwarzen pfenniggroß und mehr als
eine Handspanne auseinander, so wie ich es immer wollte. Mir ist nach Weinen
zumute. Ich presse Daumen und Zeigefinger tief in die Augenhöhlen. Wasser
prasselt auf meine Stirn und rinnt mir in den halb geöffneten Mund. Meine erste
Vermutung ist, es könnte vielleicht ein verfrühter Schub von Erschöpfung
sein. Dann wird mir klar, daß ich so deprimiert bin, weil mir im Moment niemand
zusieht. Es ist einfach unglaublich schade.
Beim Frottieren spiele ich mit dem Gedanken, wegen heute abend Isabell
anzurufen. Ich stelle mich vor den Garderobenspiegel und kleide mich an. Natürlich
könnte ich auch auf Risiko setzen und mich beim Spättraining im Studio
anderweitig umschauen. Aber was, wenn sich alle wieder nur für ihre eigenen Körper
interessieren? Ich kämpfe mit den Knöpfen meines Hemdes, mir zittern die
Finger vor Wut. Es muß doch in meinem Bekanntenkreis wenigstens eine Person
geben, die meinen Anblick, verdammt nochmal, zu schätzen weiß!
Meine Hals- und Nackenmuskulatur hat dermaßen zugelegt, daß sich der
Kragenknopf kaum noch schließen läßt. Ich bin in Bestform und keiner sieht
es. Es ist eine Schande. Im Anzug erkennt man allenfalls Kontur und Volumen
meiner Schulterpartie, nicht aber die vielen Einzelheiten, an denen ich so
liebevoll gearbeitet habe. Ich bin jetzt wirklich kurz davor, Isabell anzurufen.
Vielleicht könnte ich mich mit ihr zum Training verabreden?
Ich binde mir die Krawatte und komme wieder einmal über meine Brustbehaarung
ins Grübeln. Ein Zeichen dafür, wie aufgewühlt ich bin! Bislang habe ich mich
standhaft geweigert, dem Trend zur männlichen Barbusigkeit zu folgen. Ich sehe
in meinem Fall absolut keinen Enthaarungsbedarf. Rücken und Schultern sind bei
mir schon von Natur aus unbehaart. Und von der Brustpartie bis zum Nabel läuft
nur ein leichter Flaum, der sich unter dem Einfluß von Wasser und Sonne schnell
aufhellt bis hin zu einem leuchtenden Weißblond, was an den Badestränden immer
ein Hingucker war. Ich mag diese unschuldigen goldenen Härchen.
Und nicht nur ich! Mir fallen aus dem Stand mindestens zwanzig Komplimente ein,
die ich meiner Brustbehaarung verdanke. Das Spektrum reicht von "deine
romanischen Löckchen" (Julia, letzten Winter, als meine Haarfarbe etwas
dunkler war) bis hin zu "süßer Engelsflaum" (Miriam auf einem
Kurztrip nach Mauritius vor anderthalb Monaten). Warum also rasieren? Nur damit
ich aussehe wie all die anderen Lackaffen, die sich künstlich enthaaren müssen,
um als homo sapiens durchzugehen? Ich weiß genau, daß mein Brusthaar etwas
besonderes ist. Doch ich kann machen, was ich will. Immer wenn es mir schlecht
geht, werde ich unsicher.
Im Fitness-Studio bin ich inzwischen einer der wenigen, die noch Brustbehaarung
tragen - wenn nicht sogar der einzige auf unserer Trainingsebene! (Ich rede
nicht von Achselhaaren. Mit Achselhaaren kommt man in den Laden nicht mal rein.)
Als letzter hat sich, wenn ich mich richtig erinnere, Jason enthaart. Oder
Nils-Peter. Aber den habe ich schon eine Weile nicht gesehen. Möglicherweise
hat er sich wegen seiner Sommersprossen gleich einer kompletten
Hauttransplantation unterzogen.
Natürlich könnte ich mich auf den Standpunkt stellen, daß mich das alles
nichts angeht, weil ich es nicht nötig habe, was von der Sache her stimmt.
Beunruhigend finde ich nur, daß ich in letzter Zeit kein einziges männliches
Model mit Brustbehaarung gesehen habe. Da kann einem schon mulmig werden. Man möchte
schließlich nicht der letzte sein, der noch mit Tennissocken rumläuft.
Ich unterdrücke den Impuls, meinen Oberkörper zu rasieren - das würde meinen
ganzen Zeitplan über den Haufen werfen. Nur nichts überstürzen, flehe ich
mein Spiegelbild an. Der Schrecken steht mir ins Gesicht geschrieben. Noch während
ich zur Tür eile, muß ich mir versprechen, meine Entscheidung - wie auch immer
sie ausfällt - wenigstens einmal zu überschlafen. Zu meiner eigenen
Sicherheit. Nicht, daß ich Maßnahmen ergreife, die ich hinterher bereue!
Aber es ist schon so, sage ich mir, als ich mich in der Spiegelrückwand der
Fahrstuhlkabine wiedersehe, daß ich in dieser ganzen Argumentation bisher einen
wesentlichen Aspekt außer Acht gelassen habe. Mir ist schleierhaft, wie das
passieren konnte, schließlich kaue ich die Brusthaar-Problematik nicht zum
ersten Mal durch. Doch bis heute habe ich nicht bedacht, daß Haare auf der
Brust - und seien sie noch so affenfern - die Aufmerksamkeit von meinem Körper
abziehen. Mein monatelanger Kampf gegen die Nabeltiefe war also völlig umsonst.
Mehr noch! Womöglich wird nicht nur mein unter Qualen hervorgebrachtes
Nabellid, sondern das gesamte Bauch-Brust-Relief durch diese Härchen praktisch
nivelliert. Und selbst wenn "nivelliert" ein zu hartes Wort ist, so
lenkt meine Behaarung doch zumindest davon ab. Ich sehe verboten blaß aus,
dabei war ich gestern eine Stunde im Solarium.
Ich stürze aus dem Fahrstuhl und laufe durch die Tiefgarage. Kalter Schweiß
steht auf meiner Stirn. Ich kann mich nur mit Mühe auf den Beinen halten. Alles
dreht sich. Als ich meinen Wagen erreiche, muß ich mich anlehnen. Mit letzter
Kraft drücke ich den Piepser, bevor die Alarmanlage losgeht. Ich schnappe nach
Luft. Der Geruch von Benzin, Altöl und Kohlenmonoxid. Abwärme aus dem Lüftungsschacht.
Mir wird übel. Ich reiße die Tür auf und lasse mich auf den Fahrersitz
fallen. Die Lederpolster riechen wie neu, aber beißend. Niesreiz in der
Nasenwurzel. Mein Magen hebt sich samt Kraftshake. Meine Selbstbeherrschung ist
kinoreif.
Ich fröstele, als ich die Tür zuschlage, und stelle die Klimaanlage auf warm.
Mein nächster Griff ist das Autotelefon. Es bleibt mir nichts anderes übrig.
Noch bevor ich die Tiefgarage verlassen habe, rufe ich Isabell im Büro an.
"Bitte, sei da, sei zu sprechen!", hauche ich beschwörend gegen die
Windschutzscheibe, während ich mich in den Verkehr einfädele. Dann nimmt sie
ab, und ich bin enttäuscht.
Sie hat ein bißchen zuviel Zeit für mich, was mir sofort das Gefühl gibt,
einen Fehler gemacht zu haben. Wenn sie mit mir reden will, dann sollte sie
eigentlich mich anrufen und nicht umgekehrt, abgesehen davon, daß ich wohl kaum
abnehmen würde, wenn es mir besser ginge. Wieso hat sie um diese Uhrzeit noch
keine Klienten, wo sie doch angeblich so gefragt ist?
Ich schalte Isabell von der Freisprechanlage auf Handapparat, weil ich nicht möchte,
daß ihre Telefonstimme meinen ganzen Wagen ausfüllt. Kurzzeitig lande ich bei
Vivaldi auf der Warteschleife, dann knüpft sie nahtlos an unsere letzte
Aussprache an, von der ich nur ein vages Unbehagen zurückbehalten habe. Ihr Ton
klingt kompromißbereit, aber man weiß nie. Mir fällt eine Szene aus einem
James Bond-Film ein, in der 007 von einem barbrüstigen japanischen Kämpfer
gefragt wird, was das Geheimnis seines Erfolgs bei Frauen ist. "Ein Vogel
nistet nicht gerne in einem kahlen Baum", antwortet Roger Moore mit Blick
auf seine schamlockige Brustbehaarung - oder war es Sean Connery? Was soviel heißt
wie: Dieser Film ist mit Sicherheit über zwanzig Jahre alt. Alles andere als
ein Trost.
Isabell erklärt mir noch einmal, daß sie mich nicht unter Druck setzen will, während
ich so tue, als wüßte ich, wovon sie spricht. Mir wird langsam klar, daß ich
die Antwort auf die Frage aller Fragen nicht erhalten werde. Nicht in diesem
Gespräch. Jedenfalls sehe ich keine Möglichkeit, mitten in einer Diskussion über
den Kinderwunsch von Karrierefrauen Anfang Dreißig so ganz nebenbei zu
bemerken: "Ach, übrigens, wie findest du eigentlich meine
Brustbehaarung?" Ich lege den Hörer auf den Beifahrersitz und überhole lächelnd
eine Polizeistreife. Doch es macht nicht den gewohnten Spaß.
Es ist hoffnungslos. Selbst wenn sich unsere Unterhaltung wieder persönlicheren
Dingen zuwenden würde, könnte Isabell mir nicht die Antwort geben, die ich so
dringend brauche. Attraktivitätsfragen lassen sich nur durch Frauen
entscheiden, die nicht in mich verliebt sind, geschweige denn weitergehende
Absichten hegen, von denen ich lieber nichts wissen will. Mit einer
Einzelmeinung ist mir nicht geholfen. Attraktivität ist Mehrheitssache, ein
statistischer Wert. Und je länger ich darüber nachdenke, desto weniger scheint
es mir möglich, in diesem Punkt auf einigermaßen anständige Weise Gewißheit
zu erlangen.
Ich stehe schon halb auf dem Parkplatz, als Isabell mich fragt, wie es mir geht
und was ich denn auf dem Herzen habe. Sie ist immer für eine Überraschung gut.
Es wäre natürlich völlig abwegig, jetzt die Wahrheit zu sagen. Also schlage
ich ihr für heute abend ein gemeinsames Training vor, zugegebenermaßen mit dem
Hintergedanken, daß es einfacher sein dürfte, das Gespräch wie zufällig auf
meine Brustbehaarung zu lenken, wenn wir schon einmal dabei sind.
Isabell zögert für ihre Verhältnisse erstaunlich lange, was mich zum ersten
Mal hellhörig werden läßt. Irgendwo in meinen Eingeweiden regt sich
unverhofft eine Spur von Begehren. Ich versuche, an ihren Nacken zu denken, wenn
sie sich das Haar zum Duschen hochsteckt. Der Schwung ihrer Taille fällt mir
ein, ihr sagenhafter Apfelpo. Vielleicht liege ich insgesamt doch nicht so
falsch mit ihr. Sie ist eine der schönsten Frauen, die mir je begegnet sind,
wenn auch ein bißchen zu entgegenkommend. Und es hat mir bisher alles andere
als geschadet, inoffiziell mit ihr verlobt zu sein. Ich weiß nur nicht, ob ich
es noch lange ertrage, von allen Seiten zu hören, wie perfekt sie ist.
"Muß es das Fitness-Studio sein?" fragt sie zurück, und an der Art,
wie sie das sagt, merke ich sofort, daß es beste männliche Intuition war,
einen Treffpunkt vorzuschlagen, der wenigstens halbwegs öffentlich ist. Ich möchte
heute nicht mit ihr allein sein. Und sei es auch nur, um in der Brusthaarfrage
unter Umständen eine zweite Meinung einzuholen.
"Also dann", sage ich abschließend, es ist weniger eine Aufforderung
als eine Feststellung. Sie antwortet nicht. Aber sie wird da sein heute abend.
Ich weiß es. Und sie weiß, daß ich es weiß.
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