Wanderjahre von Jürgen von der Wense, 2006, Matthes&Seitz

Jürgen von der Wense

Wanderjahre
(Leseprobe aus: Wanderjahre, 2007, Matthes&Seitz, Hrsg. von Dieter Heim)

Der Mond am Tag, ein weißes Segel, ich grüßte herauf von meinem Weltraumschiff zu diesem anderen – denn alles wandert, die Sterne, die Völker, die Pflanzen. Heute (wie immer danach) ruhe ich völlig, lese nur und glaube an die Natur.

Die Weser ist öde, aber tief, tief, alles auf dieser Dornenwüste ist Ferne und Flächenrausch – du würdest schreien. Ich gab eine feinste Ausdeutung ihrer Struktur und Skulptur, mein besonderes und neues Meistertum: Geognostik.

Der Frühling ist eine Entbindung. Jede Knospe, die aufspringt, ein Auge, ein erster Blick.

Jetzt aber Schluß – wir haben eine sehr schöne Wanderung gemacht, etwas Kreuz und quer, laß dirs gut bekommen! Und demnächst weiter – die Welt ist rund, hat kein Ende und der große, große Wind kommt niemals heim…

Ich spiele und schweife durch alle Stockwerke dieses verwilderten Lebens.

Rezension I Buchbestellung I home II07 LYRIKwelt © Matthes&Seitz