Klaus Urban

ANFANG UND ENDE - irgendwann
(anläßlich des Bildes "Kein Ende irgendwann" von Wolfgang Mattheuer).

I

frag nach dem anfang
frag nach dem ende
frag nach dem weg vergeblich
wartest du auf eine antwort
hockst du still am flammenrand
starrst suchend auf die nackte hand
krümmst deine finger
krallen gleich
ballst sie zusammen
fühlst den druck
reißt deine faust empor
bist auf dem weg
und siehst
den anfang irgendwann


der anfang vom ende
vorausgeahnt
die revolution
und friedlich marschiert sie
unter der faust
des falschen regenbogens
himmelfahrt statt
höllensturz
ins trügerische
ende gut alles
und der anfang irgendwann

 


ANFANG UND ENDE - irgendwann

II

wehret den anfängen
schreit der verräter
und stürzt kopfüber
ins letzte gefecht
hör doch die signale
die grellen fanale
der hilflos geflügelten
hoffnung
in der masse begraben
selbstgerecht
ist der tod
drum wehre dem ende
nicht irgendwann


fühlst du den anfang
weißt du kein ende
an ikarus denke
zur sonne empor
verwandt allen körpern
gestürzt und verwundet
gestärkt und erhoben
das haupt drum
mach deinen anfang
und erwarte
kein ende
irgendwann

Rezension I Buchbestellung I home 0I10 LYRIKwelt © K.U.