Über Dächer fliegen
Das Gitter des Turmes ist niedrig, es wäre nicht schwer. Nur die Arme ausbreiten und dann schweben. Über die Piazza, scharf am Kirchturm vorbei. Und weiter über die Weinberge, gleiten, dem Auftrieb hingegeben. Und neugieriger als aufs Abstürzen ist dieser Vogel auf die Falten, die nackt aus der Landschaft ragen, sich an den Flanken der Berge hinziehen, messerscharf geschliffen vom Wind. Ihm hält die Erde ihre Wunden hin, als erwarte sie Heilung. Auf den Kuppen ein Pflaster von spärlichem Bewuchs am Rand bis hin zu Gestrüpp und Wäldern, auch eine Stadt, beinahe verloren. Obwohl die Erdfalten sich besonders bedrohlich um die Reste der Häuser schlagen, gibt es ein Rettungsprogramm. Und zur Not lernen alle Bewohner fliegen.
Rezension I Buchbestellung III0 1LYRIKwelt © Ferber