Hausszene
(Leseprobe aus: Jahrbuch der Lyrik 2007,
S. Fischer)
Sie lehnen ins Dunkel, berühren
einander
wie Frischverliebte, lauschen Motorenlärm
der Hauptstraße. Noch immer diese Hitze.
Ihr Make-up schmilzt, die Gläser schwitzen
den letzten Schluck. Dein Gesicht schmeckt
nach Wachs. Sie geht, zum Waschen,
kommt wieder, in der Nachbarschaft
wirft einer den Mäher an. Seine dicke Lippe
zieht die Kontur ihres Kiefers nach. So spät noch
im Garten, da sieht man doch gar nicht, da
hackt man sich noch die Zehen ab.
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