Ungezogen von Wienke Treblin, 2006, Corvinus PresseWienke Treblin

Vieh, links
(Leseprobe aus: Ungezogen, Gedichte, 2006, Corvinus Presse)

Du willst ihn nicht
Und hast ihn schon
Den glibbrig-schwachen Teil von mir
Doch Hohn, nur Hohn 
Erntet dein Spott
Das Rostige gebaut aus Schrott,
das Ziehen, Ächzen fault in dir

Hör bloß nicht zu
dem Flüsterer,
dem Aufrechtsitzer eurer Welt
Der Alltag ist dein Nagelschuh
Das Blut strömt in die Atmung

Geschlafen wird nicht
Nie mehr Ruh
Das zarte Wesen das bist du.
Doch Blinde sehen mehr als Taube
Wissen hilft nicht wenn ich glaube
Der Narr kommt in der Frühe
Mehr Mühe, Baby, Mühe.

Leicht löscht Lust Leiden
Liest Lilith leise
Schlag du das Kissen
Drauf geschissen
Hier sieht man mich auf andre Weise
Ich bin Bukowskis Frau
Ciao.                                                                          

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