Vogelweide von Uwe Timm, 2013,KiWi

Uwe Timm

Vogelweide
(Zitat aus: Vogelweide, Roman, 2013, Kiepenheuer & Witsch).

Die Insel verlagert sich langsam nach Osten. Drei bis vier Meter im Jahr,
je nach Stärke der Winterstürme und Sturmfluten. Hier, wo er jetzt stand,
war vor vierzig Jahren nur Wasser mit Watt.

Der Wind hatte in den letzten Stunden aufgefrischt. Eine blauschwarze Wolkenwand
lag im Westen über dem Horizont. Böen rissen von den Dünen Sandfahnen hoch.
Der Schaum der auslaufenden Wellen wurden in breiten grauweißen Streifen über den
Sand getrieben. Möwen glitten über die Wellen, und jäh stürzte eine aufs Wasser,
im Schnabel ein kurzes silbernes Aufblitzen.

(...)

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