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Grenzgang
1
Trotz allem, denkt sie: Der Garten ist ein Traum. Von Osten
her brechen Sonnenstrahlen durch die Ligusterhecke, legen sich
waagerecht über aufblühende Beete und nehmen die Stämme
von Birken und Kastanien in Besitz. Eine Stille aus Vogelgezwitscher
und Insektengesumm füllt die schattenkühle Luft des
beginnenden Tages und lässt alle anderen Geräusche verblassen:
Verkehr auf der Hauptstraße und Schülergeschrei unten im Ort.
Ein Netz aus weißem Tau bedeckt die Wiese, löst sich langsam
auf, wo Sonnentupfer durch das Blattwerk fallen, und beteiligt
sich am Wechselspiel von Licht und Schatten. Schmetterlinge
umgarnen den Flieder in seinem blauen Tongefäß.
Im Morgenmantel steht Kerstin auf der Terrasse und drückt
sich die Zeigefingerspitzen gegen die Schläfen. Ein Auto kommt
vom Maibaumplatz den Rehsteig herab, passiert das Haus und
biegt links ab, talwärts und fast ohne Gas, wie in nachbarschaftlicher
Sorge um die morgendliche Ruhe. Dann kehren Stille
und Vogelgezwitscher zurück, als wären sie zwischen Hecken
und Bäumen in Deckung gegangen.
Hinter ihr im Haus rauscht die Wasserleitung.
Nach dem Frühstück und der ersten Tasse Kaffee fühlt sie
sich beinahe gut, beinahe dem Tag gewachsen, obwohl sie wieder
schlecht geschlafen hat und erst die Gartenarbeit am Nachmittag
diesen Anflug von Kopfschmerzen vertreiben wird: ein
Druckgefühl dicht unter der Schädeldecke. Ohne Zypiklon
entlässt ihr Schlaf sie schon um vier Uhr morgens in die fahle
Dämmerung eines weiteren Tages, aber jetzt ist es neun, und
Kerstin macht einen Schritt nach vorne, spürt die Wärme der
Sonne angenehm an den nackten Fesseln. Jedes Jahr im Frühling
gibt es einen Tag, an dem sie das Gefühl hat, der nächste
Sommer ziehe wie ein großes Versprechen herauf, reite ihr von
den grünglänzenden Bergrücken am Horizont entgegen, und
obwohl sie es besser weiß, lässt sie sich verzaubern von seinem
Anblick und ist machtlos gegen den Glauben, dass in diesem
Sommer alles besser werden wird.
– Und warum nicht?, würde Anita sagen. Jedenfalls besser als
Selbstmitleid.
– Stattdessen Selbstbetrug.
– Du müsstest nur auf mich hören und endlich wegziehen
aus diesem Kaff.
Kerstin lässt die Hände sinken und schüttelt den Kopf. Vielleicht
ist es die schiere Länge des Hinterländer Winters, die sie
gegenüber dem Sommer so leichtgläubig macht. Dieses Jahr hat
bis in den März hinein Schnee gelegen, und in ihrem Rücken
zieht sich immer noch ein feuchter Streifen entlang des Winkels
von Terrassenboden und Hauswand und verbreitet den Geruch
alter Zeitungen. Und übrigens kann sie nicht wegziehen. Erstens
weil sie nicht weiß wohin, zweitens wegen Daniel, drittens
wegen ihrer Mutter, und viertens …
Sie lässt den Blick durch den Garten schweifen und bleibt an
der großen Hecke hängen. Meinrichs haben ihre Seite trimmen
lassen vor einer Woche und nicht versäumt, ›der Frau Nachbarin‹
anzubieten, die fröhlichen Helfer aus der Behindertenwerkstätte
auch auf die andere Seite zu schicken. Der ›Frau
Nachbarin‹ – so als wären sie sich nach fast sieben Jahren des
Namens noch immer nicht sicher, als gäbe es zum Beispiel kein
Schild neben der Tür, an die Frau Meinrich eigens gekommen
ist, um das Angebot zu überbringen. Mit diesem vorwurfsvollen
Gesichtsausdruck, den Kerstin erst noch lernen muss als eine
bestimmte, dem Alter eigene Form der Fürsorglichkeit zu verstehen.
(Viertens schließlich: Was geht das Anita an?) Dankend
hat sie abgelehnt und auf ihren Sohn verwiesen, der mit seinen
sechzehn Jahren wohl in der Lage sei, eine Hecke zu stutzen.
Sie Glückliche! Frau Meinrich – mürrisch, dauergewellt und zu
aufdringlich parfümiert – hat sich auf ihren Stock gestützt und
nicht näher erläutert, worin sie das Glück ihrer Nachbarin sieht.
Dass seine steile politische Karriere Meinrich Junior bis ins ferne
Wiesbaden verschlagen hat, geht kaum als Unglück durch, und
deshalb weiß Kerstin auch im Rückblick nicht zu entscheiden,
wie viel Aufrichtigkeit in Frau Meinrichs Bemerkung gelegen
hat und was gegebenenfalls das andere gewesen sein mochte.
Durch die Hecke hindurch sieht sie eine schemenhafte Bewegung
im Garten ihrer Nachbarn. Erst neulich wieder war
ein Bild im Bergenstädter Boten, auf dem Klaus Meinrich die
Aktentasche des hessischen Ministerpräsidenten vor sich hertrug,
mit messdienerhaftem Ernst in der Miene, während der
Ministerpräsident selbst nebenher schritt und sein übliches,
routiniertes Gesicht machte. Immer noch trägt der Junior den
Bürstenhaarschnitt des Vaters, und soweit ein Schwarzweißbild
darüber Aufschluss gibt, scheinen sich auch die Blutdruckwerte
einander anzunähern. Tipptopp ist eins der Lieblingswörter des
Alten, egal ob es um Frisuren, Hecken oder Politiker geht, und
Daniel kann ihn imitieren, wie er dabei eine Miene macht, als
zitiere er griechische Klassiker im Original. Wie schon Platon
wusste: Hauptsache tipptopp.
Im Innern des Hauses wird die Badezimmertür geöffnet. Der
Gedanke an Daniel, den sie gerade hat festhalten wollen, entgleitet
ihr wieder. Das Quietschen orthopädischer Schuhe setzt
einen Moment aus und dann wieder ein, und Kerstin fühlt ihre
Rückenmuskeln steif werden, als hätte sie eine falsche Bewegung
gemacht. Langsam durchquert ihre Mutter die Diele. Den Stock
hat sie sich unter den Arm geklemmt, so dass die Spitze beim
Gehen gegen die Wand tippt, denn in den Händen trägt Liese
Werner ihren Zahnputzbecher, der gegen alles Zureden seinen
festen Platz auf dem Nachttisch neben dem Bett hat. Sonst stehlen
ihn ›die Männer‹. Auf dem Esstisch steht das Frühstücksgeschirr,
und Kerstin sieht im Geist die Stockspitze eine weitere
Kaffeekanne über die Kante schubsen, während ihr Körper sich
weiter versteift, je länger das Geräusch zerspringenden Glases
ausbleibt. Dann verstummt das Quietschen der Schuhe, Kühle
fließt von der Terrasse ab, und in Kerstins Rücken stößt ein
Blick, nein, stößt nicht – stupst, berührt sie mit der sanften,
kindergleichen Hilflosigkeit des Alters. Eigentlich, fällt ihr auf,
hat die Hecke noch kaum ausgeschlagen; sie wird also Schwierigkeiten
bekommen, ihrem scharfsinnigen Sohn zu erklären,
warum sie trotzdem geschnitten werden muss.
»Muss ich denn dann meine Medizin noch nehmen?«
Vogelgezwitscher füllt ihren Garten. Blätter hängen reglos in
der Morgenluft. Herzlichen Glückwunsch, Kerstin, denkt sie.
Dann schließt sie die Augen.
»Hast du schon, Mutter. Gleich nach dem Frühstück.«
»So?«
»Ja.«
»Da waren doch wieder welche im Haus heute Nacht.«
»Nein, niemand.«
»In der Küche. Ich hab sie gehört, ja.«
In der Küche hab ich dich gehört, denkt Kerstin. Um halb
zwei. Unerwartet schwer scheint die Sonne auf ihre Lider und
verursacht einen Eindruck von formlosem Rot, das weder nah
noch fern, noch sonst wie bestimmt ist, nur eine Farbe, die
vor ihrem Auge schwimmt und sich warm anfühlt. Angenehm
warm.
»Zwölf Grad waren’s am Morgen.«
schlossenen Augen den Hang hinabzusprechen. Langsam wendet
sie den Kopf.
Im blauen Alltagskittel steht Liese Werner in der offenen
Tür, den Stock unter der Achsel und den Unterarm schräg abgewinkelt,
mit einer Hand am Türrahmen. Die andere Hand
hält den Becher. Letztes Jahr um diese Zeit hat sie noch bei
Hans gewohnt und am fünfzehnten in Bergenstadt angerufen,
aber an diesem Morgen deutet nichts auf ein Wissen um den
Geburtstag ihrer Tochter, und Kerstin hat es beim Frühstück
unterlassen, sie daran zu erinnern.
»Du hast noch Wasser im Becher, pass auf«, sagt sie, bedacht
auf ihren Tonfall.
»Bitte?«
»Du tropfst. Da!«
Etwas Pinguinartiges liegt in der Kopfbewegung, mit der ihre
Mutter an sich herabsieht.
»Trocknet schon wieder«, sagt Kerstin. Der kurze Moment
aus Sonne und Stille verflüchtigt sich, und sie hascht nach ihm
wie nach einem vom Wind fortgewehten Hut. »Ist das nicht
herrlich, das Wetter? Der erste richtige Sommermorgen und …
nein, lass es einfach von selbst trocknen. Mutter!« Sie macht
einen Schritt nach vorne, während ihre Mutter sich bückt, um
den nassen Fleck auf dem Boden zu beseitigen, der unterdessen
größer wird, weil Kerstin den Arm mit einem Ruck ergreift,
wie immer erschrocken über die Weichheit des Fleisches, das sie
unter ihrem Griff und dem Stoff des Kittels fühlt.
»Lass einfach«, sagt sie noch einmal und spürt ihr eigenes Lächeln
auf dem Gesicht wie ein Spannen zu trockener Haut. »Du
könntest ein paar Schritte im Garten … oder auf der Terrasse,
du könntest dich ein bisschen bewegen in der Sonne.«
»Der Doktor kommt heute Nachmittag, ja, und es ist noch
nichts fertig.«
»Mutter, es ist Montag.«
»Hoffentlich verschreibt er mir was gegen mein schlimmes
Bein. Und die Kopfschmerzen.«
Mehrmals am Tag kontrolliert
ihre Mutter das Thermometer auf der Fensterbank, und
Dr. Petermann sagt, dass Demenzkranke häufig dieses auffällige
Interesse am Wetter entwickeln. Für die Männer allerdings hat
auch er keine Erklärung, außer der, die alles erklärt: das Alter.
»Ganze zwölf Grad«, wiederholt ihre Mutter. »Das wird noch
was geben, ja.«
»Jetzt sind es mehr.«
»Bitte?«
»Jetzt ist es wärmer.«
»Wird bald wieder, ja«, sagt ihre Mutter nach einer Pause,
in der Kerstin ihrer eigenen Stimme nachgehorcht hat, der
Anstrengung des lauten Sprechens in einzelnen Silben. Sie bekommt
davon Falten um die Augen und Schmerzen hinter den
Schläfen und bringt es sowieso nicht länger über sich, mit ge-
schlossenen Augen den Hang hinabzusprechen. Langsam wendet
sie den Kopf.
Im blauen Alltagskittel steht Liese Werner in der offenen
Tür, den Stock unter der Achsel und den Unterarm schräg abgewinkelt,
mit einer Hand am Türrahmen. Die andere Hand
hält den Becher. Letztes Jahr um diese Zeit hat sie noch bei
Hans gewohnt und am fünfzehnten in Bergenstadt angerufen,
aber an diesem Morgen deutet nichts auf ein Wissen um den
Geburtstag ihrer Tochter, und Kerstin hat es beim Frühstück
unterlassen, sie daran zu erinnern.
»Du hast noch Wasser im Becher, pass auf«, sagt sie, bedacht
auf ihren Tonfall.
»Bitte?«
»Du tropfst. Da!«
Etwas Pinguinartiges liegt in der Kopfbewegung, mit der ihre
Mutter an sich herabsieht.
»Trocknet schon wieder«, sagt Kerstin. Der kurze Moment
aus Sonne und Stille verflüchtigt sich, und sie hascht nach ihm
wie nach einem vom Wind fortgewehten Hut. »Ist das nicht
herrlich, das Wetter? Der erste richtige Sommermorgen und …
nein, lass es einfach von selbst trocknen. Mutter!« Sie macht
einen Schritt nach vorne, während ihre Mutter sich bückt, um
den nassen Fleck auf dem Boden zu beseitigen, der unterdessen
größer wird, weil Kerstin den Arm mit einem Ruck ergreift,
wie immer erschrocken über die Weichheit des Fleisches, das sie
unter ihrem Griff und dem Stoff des Kittels fühlt.
»Lass einfach«, sagt sie noch einmal und spürt ihr eigenes Lächeln
auf dem Gesicht wie ein Spannen zu trockener Haut. »Du
könntest ein paar Schritte im Garten … oder auf der Terrasse,
du könntest dich ein bisschen bewegen in der Sonne.«
»Der Doktor kommt heute Nachmittag, ja, und es ist noch
nichts fertig.«
»Mutter, es ist Montag.«
»Hoffentlich verschreibt er mir was gegen mein schlimmes
Bein. Und die Kopfschmerzen.«
»Doktor Petermann kommt mittwochs, jeden ersten Mittwoch
im Monat, und er war erst vorletzte Woche da. Heute
kommt er nicht.«
»Nicht?«
»Nein.«
»Wir könnten Hans fragen.«
»Ist es wieder schlimm mit dem Bein?« Wie ein Loch im Boden
hat sie die Frage vor sich gesehen und einen Schritt zur Seite
machen und sagen wollen: Dein Bein braucht Bewegung, das
ist alles. Die Kopfschmerzen, über die ihre Mutter neuerdings
klagt, scheinen einer Art Rotationssystem anzugehören, in dem
sich die schmerzenden Körperpartien abwechseln: Knie, Hüfte,
Schulter, Kopf, und wieder von vorne. Nur das Bein tut angeblich
immer weh.
»Viel Schmerzen.«
»Vielleicht braucht dein Bein einfach …«
»Wir könnten Hans fragen.«
»Am Telefon kann er dir nichts verschreiben. Außerdem ist
jetzt Doktor Petermann dein Arzt.«
»Der kommt ja nicht.«
»Er war hier. Hast du ihn nicht gebeten, dir was zu verschreiben?«
»Er hat meinen Blutdruck gemessen, ja.«
»Ob du ihn nicht gefragt hast …?« Kerstin blickt in die
wässrige Trübnis hinter dicken Brillengläsern, auf diesen
Schleier aus Unverständnis, und sie wünscht, Hans könnte
das einmal sehen, statt immer nur am Telefon zu befinden,
seine Mutter höre sich großartig an. Kerngesund. Hans, der
ihr beim Umzug dieses Lachen der Zuversicht ins Gesicht geschmissen
und zum Abschied gesagt hat, so sei es das Beste für alle.
»Nicht?«, wiederholt sie.
Ihre Mutter steht nickend vor ihr, als würde sie im Geiste die
nächsten Schritte proben, das Lösen der Hand vom Türrahmen,
die halbe Körperdrehung, das Ergreifen der Türklinke.
»Dann will ich mal mein Bett machen«, verkündet sie schließlich.
»Falls der Pfarrer kommt, ja.«
Kerstin sieht ihr nach, wie sie in ihrem Zimmer verschwindet,
hinter einer Tür, die gezeichnet ist von den weißlichen
Rückständen der vielen Aufkleber, die Daniel dort platziert hatte,
als es noch sein Zimmer war. Der Raum besitzt ein großes
Fenster zum Garten und Zugang zum Balkon, mit Blick über
das Bergenstädter Tal und zum Himmel darüber, den Daniel jeden
Abend durch sein Teleskop betrachtet hat. Von den beiden
Kammern im Keller sieht er nur die Einfahrt und Meinrichs
Hecke und bekommt mit, wenn nachts der Schemen des Alten
im Milchglasfenster des Badezimmers steht: gestikulierend,
schimpfend, seine Prostata verfluchend, aber der Himmel ist
nichts als ein kleines Stück Nordosten zwischen Dachrinne und
Hecke. Daniel hat es ihr gezeigt und die Schultern gezuckt: Darf
ich vorstellen: Mein Anteil vom Besten für alle.
›Das Beste für alle‹ ist ein geflügeltes Wort geworden am Rehsteig 52.
Sie geht ins Bad.
Draußen fahren Autos vorbei, Kerstin duscht und bindet sich
die Haare zum Pferdeschwanz, kippt das Fenster und putzt sich
die Zähne, während Dunstschleier zum Fenster hinausziehen.
Ein Stütz-BH in Fleischfarbe hängt über der Stange vor dem
Heizkörper.
Wie immer kommt es plötzlich. Einen Moment lang steht sie
vor dem beschlagenen Spiegel, reißt die Augen auf und atmet
tief durch, wie in der Küche beim Zwiebelschneiden. Da ist ein
Pochen hinten im Hals, und das Geräusch ihres eigenen Atems
kommt ihr vor, als stünde sie draußen auf einem weiten Feld.
Trotz des offenen Fensters scheint der Dunst im Bad immer
dichter zu werden. Den Blick auf ihre Füße gerichtet, zählt Kerstin
die Sekunden. Wundert sich über die rätselhafte Präzision,
mit der dieses Räderwerk der Erinnerung in ihr arbeitet und
in zwei Umdrehungen den Sprung in ein anderes Bad schafft.
Manchmal reicht ein fleischfarbener Stütz-BH aus, um alles ins
Rollen zu bringen. Anita hat Recht, sie muss weg hier. Und
langsam atmen. Warten. Sie schaut in den Spiegel, als ob sie
ihren Sohn darin sähe, in jenem anderen Bad, an das sie sich
nicht erinnern will und das jetzt sowieso anders aussieht. Man
nimmt den Mann, wie er ist, aber das Bad räumt man um. Nur
Daniel sieht sie, der nach einem schwarzen Teil greift, es am
einen Ende baumeln lässt und die zwei Körbchen betrachtet, die
sich wie eine Atemmaske auf Mund und Nase legen lassen. Ein
jugendlicher Akt der Neugierde. Das Gefühl von Seide zwischen
den Fingerspitzen. Langsam verzieht sich der Dunst vor ihrem
Spiegel und sagt ihr, wie es ist: vierundvierzig Jahre und allein.
Sie hat gelernt, ihre Tränen zurückzuhalten, aber Fragen gibt es,
die müssen gestellt werden: Weiß ihr Sohn, wie die Frau riecht,
die ihr Ex-Mann v-ö-g-e-l-t? Und Tage gibt es, da glaubt sie den
Verstand zu verlieren, wie im Handumdrehen, als hätte sie nie
einen besessen.
(...)
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