Werner Theis

Knecht und Diener

Meine armen Wünsche glaubte ich gezähmt,
Die wilden unter ihnen, auch die ungestillten.
Statt ins Unvermeidliche zu fügen sich, bilden
Eine tobend Horde sie, rotzig, unverschämt

Und frech. Und fordern einfach laut ihr Recht!
Pochen ernsthaft auf sofortige Erfüllung!
Kein Zureden, kein Versprechen, die zur Kühlung
Führten ihres Unmuts: Ich bin ihr Knecht

Und Diener, folge ihrem bösen Treiben
Durch Zeit und Raum, mein ganzes Leben.
Nie kann ich wunschlos in der Ruhe bleiben,

Nie wird's ein tiefes Atemholen geben.
Sie werden bezwingen mich und einverleiben,
Bis ganz zuletzt mit grenzenlosem Streben.

Rezension I Buchbestellung III02 © LYRIKwelt