Péter...
(Leseprobe aus: Endlichkeit
mit bittrem Trost, 2006, Edition
Pernobilis)
Ankommen mit triefenden Haaren, in
klitschnaßem Mantel
und mit durchnäßten Schuhen. Am Kamin (an der
Feuerstelle,
Ölheizung, am Heizkörper) dampfen die zum Trocknen aufgehängten
Kleidungsstücke.
- Bald im Flanellhemd, home--feeling, oder in einem Frottiermantel,
dessen weiche Schlingen einen mit noch mehr Geborgenheit
umhüllen;
und die vor Kälte steifen Beine gegen die Wärmestrahlen
ausstrecken
(bloßen Füßen behagt es am meisten, da sich die Zehen
mit Wonne spreizen lassen).
Das Kristallglas bereits
zur Hand, das genießerisch gegen das Licht gehalten werden kann,
damit der Luster (der Kamin...) im Rosé
das rötliche Katzenauge aufflackern läßt.
Oder sollte der Durst doch gestreckt werden (um des
vollkommenen Genusses willen) einige Minuten lang noch,
bis der Butler mit dem Aromawolken verströmenden
Glühwein eintritt (oder auf dem Silbertablett einen Grog
kredenzt, wenn du's so magst)?
Schon für diese Ankunft, bei der dich dein Heim
als eine Art*
Muschelschale *[statt dessen könnte
man vielleicht
von der Schale einer gebratenen Muschel sprechen, um anzudeuten,
daß wir nicht vergessen haben, frisch gefangne Muscheln sind kalt und
glitschig. (Und überdies auch heimatlos.)] umschließt,
müßtest du Film-- oder Romanheld sein oder gar,
damit auch der Butler stimmt, ein
(sagen wir, englischer) Aristokrat.
[Lassen wir die Neureichen. Schon allein deshalb,
weil so durchnäßt zu werden eine herrschaftliche Schrulle ist.]
So ist diese Welt. Es gibt kein Wann und kein
Wohin.
Aber du, Schlemihl, kannst darüber nachdenken, ob du
deine kostbare Seele
von feinen Regungen und Wetterstürzen,
mit ihrem Durst und ihrer Völlerei...., ob du diese geheimnisvolle
Verwandte
gegen eine annehmlichere Ankunft eintauschen würdest,
gegen einen Butler in weißen Handschuhn, gegen den der Nase
schmeichelnden Duft des gereichten Grogs.
Auch damit vergeht die Zeit.
(Deutsch von Péter Zalán)
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