Sándor Tatár

Vermittelt und unvermittelt

Einzeln wächst uns Haar um Haar.
Wir trinken Schluck für Schluck die Milch.
Jahr für Jahr prägt er sich ein - der Stempel
der Einmaligkeit - der uns erstrahlen
läßt. (wenn dem so ist).
Und ähnlich irgendwie verlassen uns die Kolonnen
der Wanderameisen-Jahre;
zurücknehmend von uns noch dies und das
und die Aschenbahn immer wüster trampelnd,
bis dann der Schöpfer Wurzelfäden durch
die Nadel unseres Rückgrats zieht und damit stickt:
Wald, Ried, Getreidefeld, was immer
an unserer Statt noch in der Lage ist
zu geben (oder schon).

Allein, das Leiden schmerzt
uns nicht vorweg, es nagt auch nicht an uns.
Wer weiß? - es will vielleicht.
Doch bis zu einem Punkt wird es
mit uns nicht fertig.
Dann bleibt aber alles stehen.
An der Stille gleitet machtlos
jegliche Kralle hinab.
                       Freiwild sind wir.

(aus dem Ungarischen von Elisabeth Frank-Großebner und György Buda)

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