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Die Freibadclique
(Leseprobe aus: Die Freibandclique, Roman,
2008,
SchirmerGrafVerlag).
„Irgendwie waren wir missraten. Wir schwänzten Schule und
HJ-Dienst, nachts lauschten wir unter Wolldecken verborgen den Feindsendern, wo
Benny Goodman, Duke Ellington und Glenn Miller spielten, kurz wir taugten
nichts, jedenfalls nicht zu Helden…“
Sommer 1944, irgendwo im Schwäbischen: Knuffke, Bubu, Zungen-Kuss, Rosenacher
(„Hosenmacher“) und der Erzähler sind fünfzehn, und ihnen steht der Sinn nach
allem mehr als nach Nationalismus. Sie wollen wissen, wie das mit den Mädels
ist, wie man die Penne hinter sich bringt und um die SS-Werber herumkommt. Aber
sie ahnen, dass es, trotz ihrer gut trainierten Lässigkeit, ums Überleben geht.
Als sie dann im April 45 doch noch zum Volkssturm müssen, sind sie bald nur noch
zu dritt; Rosenacher geht verschütt, Zungen-Kuss hatte es zuvor auf einem
Maisfeld am Westwall erwischt. Als die drei übrigen unter Lebensgefahr türmen,
haben sie keine Ahnung, was ihnen zu Hause blüht, vielleicht ist die US-Army ja
auch schon da…Und acht Wochen später, als die Schule wieder los geht und man
wieder auf den alten Bänken sitzt, kommt der stotternde Studienrat herein und
fragt: „Wo wa-waren wir stehen geblieben?“
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