Kathrin Steltenpohl

Gedichte I

Wenigstens einmal ein „Grastänzer“ sein,
der den Morgentau unter seinen Fußsohlen genießt
und so den ersten Sonnenstrahl begrüßt.

Oder einmal ein „Wolkenfänger“ sein,
der den Himmel von aller Grauheit befreit
und so dem Tag eine gewisse Klarheit verleiht.

Mindestens einmal ein „Lichtträger“ sein,
der dem Menschen sein eigenes Strahlen wieder schenkt
und so das Leben wieder in die rechten Bahnen lenkt.

Auch einmal ein „Momentsucher“ sein,
der den eigentlichen Sinn der Vergänglichkeit findet
und so jeden gelebten Augenblick mit höchstem Glück verbindet.

Sogar einmal ein „Wegkreuzer“ sein,
der sich nicht im scheinbar Ausweglosen verrennt
und so niemals die Pfade der Liebe verkennt.

Bloß einmal ein „Zeitschenker“ sein,
der alles gebend die Hektik des Tages mit Gelassenheit sieht
und so dem ewigen Umtrieb sein achtloses Tempo entzieht.

Nicht zuletzt einmal ein „Sternenzähler“ sein,
der den Nächten alle Trostlosigkeit nimmt
und so dem himmlischen Funkeln seine Bedeutsamkeit bringt.

Es gibt so viele Arten, einmal anders zu sein.
Also such dir eine für dich passende aus
und finde mehr als einmal aus dem täglichen Einerlei heraus.

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