Michael Starcke

stadtsommer

es ist, als hielten
die straßen den atem an
einer nachricht wegen,
die nicht bekannt
werden soll.

es ist dunstig
und riecht nach öl.
und baustellen,
kisten unangenehmer
wahrheiten, suchen
ein versteck im grünen.

im biergarten staubt es,
obwohl ihn ein kastanienbaum
schützt,
der den eindruck
vermittelt,
er könne schweben
nach drei, vier bier.

an die nachricht
vom tod eines dichters
denke ich hier, traurig,
ihn nicht persönlich
gekannt zu haben,
der leisen stimme
in einem lautsprecher ähnlich,
der nur stille verbreitet.

Rezension I Buchbestellung III13 LYRIKwelt © M.St.